JOHANNES - EVANGELIUM 

Als Verfasser gilt traditionell der Apostel Johannes , der mit dem "Jünger , den Jesus liebte" 21 : 20-25 , gleichgesetzt wird . Die Überlieferung besagt , dass es sich dabei um Johannes , den Sohn des Zebedäus ( Zacharias ) , also einen Jünger Jesu handelt ; dieser habe als alter Mann in Ephesus sein Evangelium geschrieben . Entstanden ist das Johannesevangelium jedenfalls etwa um 90 n. Chr. . Das Johannesevangelium unterscheidet sich inhaltlich und theologisch deutlich von den ersten drei , den so genannten synoptischen Evangelien . Zu den Besonderheiten des Johannesevangeliums gehören der Prolog , das Glaubenslied vom fleischgewordenen Wort Gottes , die sieben "Zeichen" ( Wunder ) Jesu , die Fußwaschung und die Abschiedsreden mit dem Hohepriesterlichen Gebet . Im Zentrum des Johannesevangeliums steht die Einheit Jesu mit Gott , seinem Vater .

DAS WORT WURDE FLEISCH 

Am Anfang war das Wort , und das Wort war bei Gott , und das Wort war Gott . 2 Dieses war im Anfang bei Gott . 3 Alles ist durch das Selbe entstanden ; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden , was entstanden ist . 4 In ihm war das Leben , und das Leben war das Licht der Menschen . 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis , und die Finsternis hat es nicht begriffen . |||

6 Es war ein Mensch , von Gott gesandt ; sein Name war Johannes . 7 Dieser kam zum Zeugnis , um von dem Licht Zeugnis zu geben , damit alle durch ihn glaubten . 8 Nicht er war das Licht , sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht . ||| 9 Das wahre Licht , welches jeden Menschen erleuchtet , sollte in die Welt kommen . 10 Er war in der Welt , und die Welt ist durch ihn geworden , doch die Welt erkannte ihn nicht . 11 Er kam in sein Eigentum , und die Seinen nahmen ihn nicht auf . 12 Allen aber , die ihn aufnahmen , denen gab er das Anrecht , Kinder Gottes zu werden , denen , die an seinen Namen glauben ; 13 die nicht aus dem Blut , noch aus dem Willen des Fleisches , noch aus dem Willen des Mannes , sondern aus Gott geboren sind . ||| 14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns ; und wir sahen seine Herrlichkeit , eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater , voller Gnade und Wahrheit . |||

DAS ZEUGNIS JOHANNES DES TÄUFERS VON JESUS CHRISTUS 

15 Johannes legte Zeugnis ab von ihm , rief und sprach : Dieses war es , von dem ich sagte : Der nach mir kommt , ist vor mir gewesen , denn er war eher als ich . 16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade . 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben ; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden . 18 Niemand hat Gott je gesehen ; der eingeborene Sohn , der im Schoß des Vaters ist , der hat Aufschluss ( über ihn ) gegeben . ||| 19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes , als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten , um ihn zu fragen : Wer bist du ? 20 Und er bekannte es und leugnete nicht , sondern bekannte : Ich bin nicht der Christus ! 21 Und sie fragten ihn : Was denn ? Bist du Elia ? Und er sprach : Ich bin´s nicht ! Bist du der Prophet ? Und er antwortete : Nein ! 22 Nun sprachen sie zu ihm : Wer bist du denn ? Damit wir denen Antwort geben , die uns gesandt haben : Was sagst du über dich selbst ? 23 Er sprach : Ich bin "die Stimme eines Rufenden , ( die ertönt ) in der Wüste : Ebnet den Weg des Herrn !" , wie der Prophet Jesaja gesagt hat . 24 Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern . 25 Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm : Warum taufst du denn , wenn du nicht der Christus bist , noch Elia , noch der Prophet ? ||| 26 Johannes antwortete ihnen und sprach : Ich taufe mit Wasser ; aber mitten unter euch steht einer , den ihr nicht kennt ; 27 dieser ist´s , der nach mit kommt , der vor mir gewesen ist ; und ich bin nicht würdig , ihm den Schuhriemen zu lösen . 28 Dies geschah in Bethabara , jenseits des Jordan , wo Johannes taufte . |||

DAS LAMM GOTTES 

29 Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht : Siehe , das Lamm Gottes , das die Sünde der Welt hinwegnimmt ! 30 Das ist der , von dem ich sagte : Nach mir kommt ein Mann , der vor mir gewesen ist ; denn er war eher als ich . 31 Und ich kannte ihn nicht ; aber damit er Israel offenbar würde , darum bin ich gekommen , mit Wasser zu taufen . ||| 32 Und Johannes bezeugte und sprach : Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen , und er blieb auf ihm . 33 Und ich kannte ihn nicht ; aber der mich sandte , mit Wasser zu taufen , der sprach zu mir : Der , auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst , der ist´s , der mit Heiligem Geist tauft . 34 Und ich habe es gesehen und bezeuge , dass dieser der Sohn Gottes ist . ||| 35 Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger . 36 Und indem er auf Jesus blickte , der vorüberging , sprach er : Siehe , das Lamm Gottes ! |||

Die ersten Jünger

37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach . 38 Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah , sprach er zu ihnen : Was sucht ihr ? Sie sprachen zu ihm : Rabbi ( das heißt übersetzt : "Lehrer" ) , wo wohnst du ? 39 Er spricht zu ihnen : Kommt und seht ! Sie kamen und sahen , wo er wohnte , und blieben jenen Tag bei ihn . Es war aber um die zehnte Stunde . ||| 40 Andreas , der Bruder des Simon Petrus , war einer von den beiden , die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren . 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm : Wir haben den Messias gefunden ( das heißt übersetzt : den "Gesalbten" ) . 42 Und er führte ihn zu Jesus . Jesus aber sah ihn an und sprach : Du bist Simon , Jonas Sohn , du sollst Kephas heißen ( das heißt übersetzt : "ein Stein" ) . ||| 43 Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen ; da findet er Philippus und spricht zu ihm : Folge mir nach ! 44 Philippus aber war von Bethsaida , aus der Stadt des Andreas und Petrus . 45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm : Wir haben des gefunden , von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben , Jesus , den Sohn Josephs , von Nazareth . 46 Und Nathanael sprach zu ihm : Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen ? Philippus spricht zu ihm : Komm und sieh ! 47 Jesus sah den Nathanael sprach zu ihm : Ehe dich Philippus rief , als du unter dem Feigenbaum warst , sah ich dich ! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm : Rabbi , du bist der Sohn Gottes , du bist der König von Israel ! ||| 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm : Du glaubst , weil ich dir sage : Ich sah dich unter dem Feigenbaum ? Du wirst Gößeres sehen als das ! 51 Und er spricht zu ihm : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf - und niedersteigen auf den Sohn des Menschen ! |||

Die HOchzeit von Kana 

2

1 Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa , und die Mutter Jesu war dort . 2 Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen . 3 Und als es an Wein mangelte , spricht die Mutter Jesu zu ihm : Sie haben keinen Wein ! 4 Jesus spricht zu ihr : Frau , was habe ich mit dir zu tun ? Meine Stunde ist noch nicht gekommen ! 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern : Was er euch sagt , das tut ! ||| 

6 Es waren aber dort sechs steinernde Wasserkrüge , nach der Reinigungssitte der Juden , von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste . 7 Jesus spricht zu ihnen : Füllt die Krüge mit Wasser ! Und sie füllten sie bis obenhin .  8 Und er spricht zu ihnen : Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister ! Und sie brachten es hin . 9 Als aber der Speisemeister das Wasser , das zu Wein geworden war , gekostet hatte ( und er wusste nicht , woher es war ; die Diener aber , die das Wasser geschöpft hatten , wussten es ) , da rief der Speisemeister den Bräutigam 10 und sprach zu ihm : Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor , und dann , wenn sie trunken geworden sind , den geringeren ; du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten ! ||| 11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden , und seine Jünger glaubten an ihn . 12 Danach zog er hinab nach Kapernaum , er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger , und sie blieben wenige Tage dort . |||

Die erste Tempelreinigung 

13 Und das Passah der Juden war nahe , und Jesus zog hinauf nach Jerusalem . 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler , die dasaßen . 15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus , samt den Schafen und Rindern , und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um ; 16 und zu den Taubenverkäufern sprach er : Schafft das weg von hier ! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus ! 17 Seine Jünger dachten aber daran , dass geschrieben steht : " Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt ." 18 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm : Was für ein Zeichen zeigst du uns , dass du dies tun darfst ? 19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Brecht diesen Tempel ab , und in drei Tagen will ich ihn aufrichten ! 20 Da sprachen die Juden : In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden , und du willst ihn in drei Tagen aufrichten ? 21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes . 22 Als er nun aus den Toten auferstanden war , dachten seine Jünger daran , dass er ihnen dies gesagt hatte , und sie glaubten der Schrift und dem Wort , das Jesus gesprochen hatte . 23 Als er aber am Passahfest in Jerusalem war , glaubten viele an seinen Namen , weil sie seine Zeichen sahen , die er tat . 24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an , weil er alle kannte , 25 und weil er es nicht nötig hatte , dass jemand von dem Menschen Zeugnis gab ; denn er wusste selbst , was im Menschen war . 

Jesus und Nikodemus . 
Die Notwendigkeit der Wiedergeburt 

3

1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus , ein Oberster der Juden . 2 Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm : Rabbi , wir wissen , dass du ein Lehrer bist , der von Gott gekommen ist ; denn niemand kann diese Zeichen tun , die du tust , es sei denn , dass Gott mit ihm ist . ||| 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm : Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird , so kann er das Reich Gottes nicht sehen !" 4 Nikodemus spricht zu ihm : Wie kann ein Mensch geboren werden , wenn er alt ist ? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden ? 5 Jesus antwortete : Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird , so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen ! 6 Was aus dem Fleisch geboren ist , das ist Fleisch , und was aus dem Geist geboren ist , das ist Geist . 7 Wundere dich nicht , dass ich dir gesagt habe : Ihr müsst von Neuem geboren werden ! 8 Der Wind weht , wo er will , und du hörst sein Sausen ; aber du weißt nicht , woher er kommt und wohin er geht . So ist jeder , der aus dem Geist geboren ist . ||| 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm : Wie kann das geschehen ? 10 Jesus erwiderte und sprach zu ihm : Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht ? 11 Wahrlich , wahrlich , ich sage dir : Wir reden , was wir wissen , und wir bezeugen , was wir gesehen haben ; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an . 12 Glaubt ihr nicht , wenn ich euch von irdischen Dingen sage , wie werdet ihr glauben , wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde ? 13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel , außer dem , der aus dem Himmel herabgestiegen ist , dem Sohn des Menschen , der im Himmel ist . |||

Der Sohn Gottes 
ist als Retter in die Welt gekommen 

14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte , so musste der Sohn des Menschen erhöht werden , 15 damit jeder , der an ihn glaubt , nicht verlorengeht , sondern ewiges Leben hat . ||| 16 Denn so ( sehr ) hat Gott die Welt geliebt , dass er seinen eingeborenen Sohn gab , damit jeder , der an ihn glaubt , nicht verlorengeht , sondern ewiges Leben hat . ||| 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt , damit er die Welt richte , sondern , damit die Welt durch ihn gerettet werde . 18 Wer an ihn glaubt , wird nicht gerichtet ; wer aber nicht glaubt , der ist schon gerichtet , weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat . 19 Darin aber besteht das Gericht , dass das Licht in die Welt gekommen ist , und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht ; denn ihre Werke waren böse . 20 Denn jeder , der Böses tut , hasst das Licht und kommt nicht zum Licht , damit seine Werke nicht aufgedeckt werden . 21 Wer aber die Wahrheit tut , der kommt zum Licht , damit seine Werke offenbar werden , dass sie in Gott getan sind . |||

JOHANNES DER TÄUFER 
UND SEIN ZEUGNIS VON CHRISTUS 

22 Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa , und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte . 23 Aber auch Johannes taufte in Änon , nahe bei Salim , weil viel Wasser dort war ; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen . 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden . ||| 25 Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung . 26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm : Rabbi , der , welcher bei dir war jenseits des Jordan , für den du Zeugnis abgelegt hast , siehe , der tauft , und jedermann kommt zu ihm ! 27 Johannes antwortete und sprach : Ein Mensch kann sich nichts nehmen , es sei denn , es ist ihm vom Himmel gegeben . 28 Ihr selbst bezeugt mir , dass ich gesagt habe : Nicht ich bin der Christus , sondern ich bin vor ihm her gesandt . 29 Wer die Braut hat , der ist der Bräutigam ; der Freund des Bräutigams aber , der dasteht und ihn hört , ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams . Diese meine Freude ist nun erfüllt . 30 Er muss wachsen , ich aber muss abnehmen . ||| 31 Der von oben kommt , ist über allen . Wer von der Erde ist , der ist von der Erde und redet von der Erde ; der aus dem Himmel kommt , ist über allen . 32 Und er bezeugt , was er gesehen und gehört hat , und sein Zeugnis nimmt niemand an . 33 Wer aber sein Zeugnis annimmt , der bestätigt , dass Gott wahrhaftig ist . 34 Denn der , den Gott gesandt hat , redet die Worte Gottes ; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß . ||| 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben . 36 Wer an den Sohn glaubt , der hat ewiges Leben ; wer aber dem Sohn nicht glaubt , der wird das Leben nicht sehen , sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm . |||

Jesus und die Frau aus Samaria . Das Wasser des Lebens . Die wahren Anbeter Gottes . 

4

1 Als nun der Herr erfuhr , dass die Pharisäer gehört hatten , dass Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes 2 - obwohl Jesus nicht selbst taufte , sondern seine Jünger - , 3 da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa . 4 Er musste aber durch Samaria reisen . 5 Da kommt er in eine Stadt Samarias , genannt Sichar , nahe bei dem Feld , das Jakob seinem Sohn Joseph gab . 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen . Weil nun Jesus müde war von der Reise , setzte er sich so an den Brunnen ; es war um die sechste Stunde . ||| 7 Da kommt eine Frau aus Samaria , um Wasser zu schöpfen . Jesus spricht zu ihr : Gib mir zu trinken ! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen , um Speise zu kaufen . 9 Nun spricht die samaritische Frau zu ihm : Wie erbittest du als ein Jude von mir etwas zu trinken , da ich doch eine samaritische Frau bin ? ( Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern . ) 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr : Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist , der zu dir spricht : Gib mir zu trinken ! , so würdest du ihn bitten , und er gäbe dir lebendiges Wasser . 11 Die Frau spricht zu ihm : Herr , du hast ja keinen Eimer , und der Brunnen ist rief ; woher hast du denn das lebendige Wasser ? 12 Bist du größer als unser Vater Jakob , der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat , samt seinen Söhnen und seinem Vieh ? ||| 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr : Jeden , der von diesem Wasser trinkt , wird wieder dürsten . 14 Wer aber von dem Wasser trinkt , das ich ihm geben werde , den wird in Ewigkeit nicht dürsten , sondern das Wasser , das ich ihm geben werde , wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden , das bis ins ewige Leben quillt . ||| 15 Die Frau spricht zu ihm : Herr , gib mir dieses Wasser , damit ich nicht dürste und nicht hierherkommen muss , um zu schöpfen ! 16 Jesus spricht zu ihr : Geh hin , rufe deinen Mann und kommt her ! 17 Die Frau antwortete und sprach : Ich habe keinen Mann ! Jesus sprach zu ihr : Du hast recht gesagt : Ich habe keinen Mann ! 18 Denn fünf Männer hast du gehabt , und der , den du jetzt hast , ist nicht dein Mann . Da hast du die Wahrheit gesprochen ! 19 Die Frau spricht zu ihm : Herr , ich sehe , dass du ein Prophet bist ! 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet , und ihr sagt , in Jerusalem sei der Ort , wo man anbeten soll . ||| 21 Jesus spricht zu ihr : Frau , glaube mir , es kommt die Stunde , wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet . 22 Ihr betet an , was ihr nicht kennt ; wir beten an , was wir kennen , denn das Heil kommt aus den Juden . 23 Aber die Stunde kommt und ist schon da , wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden ; denn der Vater sucht solche Anbeter . 24 Gott ist Geist , und die ihn anbeten , müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten . ||| 25 Die Frau spricht zu ihm : Ich weiß , dass der Messias kommt , welcher Christus genannt wird ; wenn dieser kommt , wird er uns alles verkündigen . 26 Jesus spricht zu ihr : Ich bin´s , der mit dir redet ! ||| 27 Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich , dass er mit einer Frau redete . Doch sagte keiner : Was willst du ? oder : Was redest du mit ihr ? 28 Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten : 29 Kommt , seht einen Menschen , der mir alles gesagt hat , was ich getan habe ! Ob dieser nicht der Christus ist ? 30 Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm . |||

Das weiße Erntefeld 

31 Inzwischen aber baten ihn die Jünger und sprachen : Rabbi , iss ! 32 Er aber sprach zu ihnen : Ich habe eine Speise zu essen , die ihr nicht kennt ! 33 Da sprachen die Jünger zueinander : Hat ihm denn jemand zu essen gebracht ? 34 Jesus spricht zu ihnen : Meine Speise ist die , dass ich den Willen dessen tue , der mich gesandt hat , und sein Werk vollbringe . ||| 35 Sagt ihr nicht : Es sind noch vier Monate , dann kommt die Ernte ? Siehe , ich sage euch : Hebt eure Augen auf und seht die Felder an ; sie sind schon weiß zur Ernte . 36 Und wer erntet , der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben , damit sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen . 37 Denn hier ist der Spruch wahr : Der eine sät , der andere erntet . 38 Ich habe euch ausgesandt zu ernten , woran ihr nicht gearbeitet habt ; andere haben gearbeitet , und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten . |||

Der Glaube der Samariter 

39 Aus jeder Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen , die bezeugte : Er hat mit alles gesagt , was ich getan habe . 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen , baten sie ihn , bei ihnen zu bleiben ; und er blieb zwei Tage dort . 41 Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen . ||| 42 Und zu der Frau sprachen sie : Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen ; wir haben selbst gehört und erkannt , dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt , der Christus ist ! |||

Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten 

43 Nach den zwei Tagen aber zog er fort und ging nach Galiläa . 44 Jesus selbst bezeugte zwar , dass ein Prophet in seinem eigenen Vaterland nicht geachtet wird . 45 Als er aber nun nach Galiläa kam , nahmen ihn die Galiläer auf , weil sie alles gesehen hatten , was er während des Festes in Jerusalem getan hatte ; denn auch sie waren zu dem Fest gekommen . ||| 46 Jesus kam nun wieder nach Kana in Galiläa , wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte . Und da gab es einen königlichen Beamten , dessen Sohn lag krank in Kapernaum . 47 Als dieser hörte , dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei , ging er zu ihm und bat ihn , er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen ; denn er lag im Sterben . 48 Da sprach Jesus zu ihm : Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht , so glaubt ihr nicht ! 49 Der königliche Beamte spricht zu ihm : Herr , komm herab , ehe mein Kind stirbt ! ||| 50 Jesus spricht zu ihm : Geh hin , dein Sohn lebt ! Und der Mensch glaubte dem Wort , das Jesus zu ihm sprach , und ging hin . 51 Als er aber noch unterwegs war , kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen zu ihm : Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber . 53 Da erkannte der Vater , dass es eben in der Stunde geschehen war , in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte : Dein Sohn lebt ! Und er glaubte samt seinem ganzen Haus . 54 Dies ist das zweite Zeichen , das Jesus wiederum tat , als er aus Judäa nach Galiläa kam . |||

Jesus heilt am Sabbat einen Kranken beim Teich Bethesda 

5

1 Danach war ein Fest der Juden , und Jesus zog hinauf nach Jerusalem . 2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich , der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat . 3 In diesen lag eine große Menge von Kranken , Blinden , Lahmen und Abgezehrten , welche auf die Bewegung des Wassers warteten . 4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser . Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg , der wurde gesund , mit welcher Krankheit er auch geplagt war . ||| 5 Es war aber ein Mensch dort , der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte . 6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr , dass er schon so lange Zeit ( in diesem Zustand ) war , spricht er zu ihm : Willst du gesund werden ? 7 Der Kranke antwortete ihm : Herr , ich habe keinen Menschen , der mich in den Teich bringt , wenn das Wasser bewegt wird ; während ich aber selbst gehe , steigt ein anderer vor mir hinab . 8 Jesus spricht zu ihm : Steh auf , nimm deine Liegematte und geh umher ! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund , hob seine Liegematte auf und ging umher . Es war aber Sabbat an jedem Tag . ||| 10 Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten : Es ist Sabbat ; es ist dir nicht erlaubt , die Liegematte zu tragen ! 11 Er antwortete ihnen : Der mich gesund machte , der sprach zu mir : Nimm deine Liegematte und geh umher ! 12 Da fragten sie ihn : Wer ist der Mensch , der zu dir gesagt hat : Nimm deine Liegematte und geh umher ? 13 Aber der Geheilte wusste nicht , wer es war , denn Jesus war weggegangen , weil so viel Volk an dem Ort war . 14 Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm : Siehe , du bist gesund geworden ; sündige hinfort nicht mehr , damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt ! 15 Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden , dass es Jesus war , der ihn gesund gemacht hatte . 16 Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten , weil er dies am Sabbat getan hatte . |||

Jesus offenbart sich als der Sohn Gottes 

17 Jesus aber antwortete ihnen : Mein Vater wirkt bis jetzt , und ich wirke auch . 18 Darum suchten die Juden nun noch mehr , ihn zu töten , weil er nicht nur den Sabbat brach , sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte , womit er sich selbst Gott gleich machte . ||| 19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun , sondern nur , was er den Vater tun sieht ; denn was dieser tut , das tut gleicherweise auch der Sohn . 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles , was er selbst tut ; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese , sodass ihr euch verwundern werdet . 21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht , so macht auch der Sohn lebendig , welche er will . 22 Denn der Vater richtet niemand , sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben , 23 damit alle den Sohn ehren , wie sie den Vater ehren . Wer den Sohn nicht ehrt , der ehrt den Vater nicht , der ihn gesandt hat . ||| 24 Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer mein Wort hört und dem glaubt , der mich gesandt hat , der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht , sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen . 25 Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Die Stunde kommt und ist schon da , wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden , und die hören , werden leben . ||| 26 Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat , so hat er auch dem Sohn verliehen , das Leben in sich Selbst zu haben . 27 Und er hat ihm Vollmacht gegeben , auch Gericht zu halten , weil er der Sohn des Menschen ist . 28 Verwundert euch nicht darüber ! Denn es kommt die Stunde , in der alle , die in den Gräbern sind , seine Stimme hören werden , 29 und sie werden hervorgehen : die das Gute getan haben , zur Auferstehung des Lebens ; die aber das Böse getan haben , zur Auferstehung des Gerichts . 30 Ich kann nichts von mir selbst aus tun . Wie ich höre , so richte ich ; und mein Gericht ist gerecht , denn ich suche nicht meinen Willen , sondern den Willen des Vaters , der mich gesandt hat . |||

Der Vater legt Zeugnis ab von seinem Sohn 

( *Jesu Worte an die Muslime ) 

31 Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege , so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig . 32 Ein anderer ist es , der von  mir Zeugnis ablegt ; und ich weiß , dass das Zeugnis glaubwürdig ist , das er von mir bezeugt . ||| 33 Ihr habt zu Johannes gesandt , und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben . 34 Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an , sondern ich sage das , damit ihr gerettet werdet . 35 Jener war die brennende und scheinende Leuchte , ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen . 36 Ich aber habe eine Zeugnis , das größer ist als das des Johannes ; denn die Werke , die mir der Vater gab , dass ich sie vollbringe , eben die Werke , die ich tue , geben Zeugnis von mir , dass der Vater mich gesandt hat . 37 Und der Vater , der mich gesandt hat , hat Selbst von mir Zeugnis gegeben . Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen ; 38 und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch , weil ihr dem nicht glaubt , den er gesandt hat . 39 Ihr erforscht die Schriften , weil ihr meint , in ihnen das ewige Leben zu haben ; und sie sind es , die von mir Zeugnis geben . 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen , um das Ewige Leben zu empfangen . ||| 41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen , 42 aber bei euch habe ich erkannt , dass ihr die Liebe Gottes nicht habt . 43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen , und ihr nehmt mich nicht an . Wenn ein anderer kommt , den werdet ihr annehmen . 44 Wie könnt ihr glauben , die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht ? ||| 45 Denkt nicht , dass ich euch bei dem Vater anklagen werde . Es ist einer , der euch anklagt : Mose , auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt . 46 Denn wenn ihr Mose glauben würdet , so würdet ihr auch mir glauben ; denn von mir hat er geschrieben . 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt , wie werdet ihr meinen Worten glauben ? |||

Die Speisung der Fünftausend 

1 Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa bei Tiberias . 2 Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach , weil sie seine Zeichen sahen , die er an den Kranken tat . 3 Jesus aber ging auf den Berg und saß dort mit seinen Jüngern beisammen . 4 Es war aber das Passah nahe , das Fest der Juden . 5 Da nun Jesus die Augen erhob und sah , dass eine große Volksmenge zu ihm kam , sprach er zu Philippus : Wo kaufen wir Brot , damit diese essen können ? 6 ( Das sagte er aber , um ihn auf die Probe zu stellen , denn er selbst wusste wohl , was er tun wollte . ) 7 Philippus antwortete ihm : Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie , dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt ! 8 Da sprach einer von seinen Jüngern , Andreas , der Bruder des Simon Petrus , zu ihm : 9 Es ist ein Knabe hier , der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische ; doch was ist das für so viele ? ||| 10 Jesus aber sprach : Lasst die Leute sich setzen ! Es war nämlich viel Gras an dem Ort . Da setzten sich die Männer ; es waren etwa 5000 . 11 Und Jesus nahm die Brote , sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus , die Jünger aber denen , die sich gesetzt hatten ; ebenso auch von den Fischen , so viel sie wollten . 12 Und als sie gesättigt waren , sprach er zu seinen Jüngern : Sammelt die übrig gebliebenen Brocken , damit nichts verdirbt ! 13 Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten , die denen übrig geblieben waren , welche gegessen hatten . ||| 14 Als nun die Leute das Zeichen sahen , das Jesus getan hatte , sprachen sie : Das ist wahrhaftig der Prophet , der in die Welt kommen soll ! 15 Da nun Jesus erkannte , dass sie kommen würden , um ihn mit Gewalt zum König zu machen , zog er sich wiederum auf den Berg zurück , er allein . |||

Jesus geht auf dem See 

16 Als es aber Abend geworden war , gingen seine Jünger hinab an den See , 17 und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum . Und es war schon finster geworden , und Jesus war nicht zu ihnen gekommen . 18 Und der See ging hoch , da ein starker Wind wehte . ||| 19 Als sie nun ungefähr 25 oder 30 Stadien gerudert hatten , sahen sie Jesus auf dem See gehen und sich dem Schiff nähern ; und sie fürchteten sich . 20 Er aber sprach zu ihnen : Ich bin´s , fürchtet euch nicht ! 21 Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen , und sogleich war das Schiff am Land , wohin sie fahren wollten . |||

Das Volk sucht nach Äußerlichkeiten , nicht nach dem Wahren Heil 

22 Am folgenden Tag , als die Volksmenge , die am jenseitigen Ufer des Sees stand , gesehen hatte , das kein anderes Schiff dort war , als nur das eine , in welches seine Jünger gestiegen waren , und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war , sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren , 23 ( es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort , wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn ) 24 - da also die Volksmenge sah , dass Jesus nicht dort war , auch nicht seine Jünger , stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus . 25 Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden , sprachen sie zu ihm : Rabbi , wann bist du hierher gekommen ? ||| 26 Jesus antwortete ihnen und sprach : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ihr sucht mich nicht deshalb , weil ihr Zeichen gesehen , sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid . 27 Wirkt nicht ( für ) die Speise , die vergänglich ist , sondern ( für ) die Speise , die bis ins ewige Leben bleibt , die der Sohn des Menschen euch geben wird ; denn diesen hat Gott , der Vater , bestätigt ! 28 Da sprachen sie zu ihm : Was sollen wir tun , um die Werke Gottes zu wirken ? ||| 29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Das ist das Werk Gottes , dass ihr an den glaubt , den er gesandt hat . 30 Da sprachen sie zu ihm : Was tust du denn für ein Zeichen , damit wir sehen und dir glauben ? Was wirkst du ? 31 Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste , wie geschrieben steht : " Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen ." |||

JESUS CHRISTUS - DAS BROT DES LEBENS

32 Da sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben , sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel . 33 Denn das Brot Gottes ist derjenige , der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt . ||| 34 Da sprachen sie zu ihm : Herr , gib uns allezeit dieses Brot ! 35 Jesus aber sprach zu ihnen : Ich bin das Brot des Lebens . Wer zu mir kommt , den wird nicht hungern , und wer an mich glaubt , den wird niemals dürsten . 36 Aber ich habe es euch gesagt , dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt . ||| 37 Alles , was mir der Vater gibt , wird zu mir kommen ; und wer zu mir kommt , den werde ich nicht hinausstoßen . 38 Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen , nicht damit ich meinen Willen tue , sondern den Willen dessen , der mich gesandt hat . 39 Und das ist der Wille des Vaters , der mich gesandt hat , dass ich nichts verliere von allem , was er mir gegeben hat , sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag . 40 Das ist aber der Wille dessen , der mich gesandt hat , dass jeder , der den Sohn sieht und an ihn glaubt , ewiges Leben hat ; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag . ||| 41 Da murrten die Juden über ihn , weil er gesagt hatte : Ich bin das Brot , das aus dem Himmel herabgekommen ist , 42 und sie sprachen : Ist dieser nicht Jesus , der Sohn Josephs , dessen Vater und Mutter wir kennen ? Wie kann dieser denn sagen : Ich bin aus dem Himmel herabgekommen ? ||| 43 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Murrt nicht untereinander ! 44 Niemand kann zu mir kommen , es sei denn , dass ihn der Vater ( *er ) zieht , der mich gesandt hat ; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag . 45 Es steht geschrieben in den Propheten : "Und sie werden alle von Gott gelehrt sein" .  Jeder nun , der vom Vater gehört und gelernt hat , kommt zu mir . 46 Nicht , dass jemand den Vater gesehen hätte ; nur der , welcher von Gott ist , der hat den Vater gesehen . ||| 47 Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer an mich glaubt , der hat ewiges Leben . 48 Ich bin das Brot des Lebens . 49 Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben ; 50 dies ist das Brot , das aus dem Himmel herabkommt , damit , wer davon isst , nicht stirbt . 51 Ich bin das lebendige Brot , das aus dem Himmel herabgekommen ist . Wenn jemand von diesem Brot isst , so wird er leben in Ewigkeit . Das Brot aber , das ich geben werde , ist mein Fleisch , das ich geben werde für das Leben der Welt . ||| 52 Da stritten die Juden untereinander und sprachen : Wie kann dieser uns ( sein ) Fleisch zu essen geben ? 53 Darum sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt , so habt ihr kein Leben in euch . 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt , der bleibt in mir und ich in ihm . ||| 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe , so wird auch der , welcher mich isst , um meinetwillen leben . 58 Dies ist das Brot , das aus dem Himmel herabgekommen ist ; es ist nicht wie das Manna , das eure Väter gegessen haben , und sind gestorben ; wer dieses Brot isst , der wird leben in Ewigkeit ! 59 Dies sprach er , als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte . |||

Jesu Worte erzeugen eine SCheidung unter den Jüngern 

60 Viele nun von seinen Jüngern , die das hörten , sprachen : Das ist eine harte Rede ! Wer kann sie hören ? 61 Da aber Jesus bei sich selbst erkannte , dass seine Jünger darüber murrten , sprach er zu ihnen : Ist euch das ein Ärgernis ? 62 Wie nun , wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht , wo er zuvor war ? 63 Der Geist ist es , der lebendig macht , das Fleisch nützt gar nichts . Die Worte , die ich zu euch rede , sind Geist und sind Leben . 64 Aber es sind etliche unter euch , die nicht glauben . Denn Jesus wusste von Anfang an , wer die waren , die nicht glaubten , und wer ihn verraten würde . 65 Und er sprach : Darum habe ich euch gesagt : Niemand kann zu mir kommen , es sei ihm denn von meinem Vater gegeben ! 66 Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm . ||| 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen : Wollt ihr nicht auch weggehen ? 68 Da antwortete ihm Simon Petrus : Herr , zu wem sollen wir gehen ? Du hast Worte ewigen Lebens ; 69 und wir haben geglaubt und erkannt , dass du der Christus bist , der Sohn des lebendigen Gottes ! 70 Jesus antwortete ihnen : Habe ich nicht euch Zwölf erwählt ? Und doch ist einer von euch ein Teufel ! 71 Er redete aber von Judas , Simons Sohn , dem Ischariot , denn dieser sollte ihn verraten , er , der einer von den Zwölfen war . |||

Die ungläubigen Brüder Jesu 

7

1 Und danach zog Jesus in Galiläa umher ; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen , weil die Juden ihn zu töten suchten . 2 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe . 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm : Brich doch auf von hier und zieh nach Judäa , damit auch deine Jünger die Werke sehen können , die du tust ! 4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu sein . Wenn du diese Dinge tust , so offenbare dich der Welt ! 5 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn . 6 Da spricht Jesus zu ihnen : Meine Zeit ist noch nicht da ; aber eure Zeit ist immer bereit . 7 Die Welt kann euch nicht hassen , mich aber hasst sie ; denn ich bezeuge von ihr , dass ihre Werke böse sind . 8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest ; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf , denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt . 9 Und als er dies zu ihnen gesagt hatte , blieb er in Galiläa . |||

Jesus lehrt am Laubhüttenfest . 
Der Unglaube der Juden .

10 Nachdem aber seine Brüder hinaufgegangen waren , ging auch er hinauf zum Fest , nicht öffentlich , sondern wie im Verborgenen . 11 Da suchten ihn die Juden während des Festes und sprachen : Wo ist er ? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter der Volksmenge . Etliche sagten : Er ist gut ! , andere aber sprachen : Nein , sondern er verführt die Leute ! 13 Doch redete niemand freimütig über ihn , aus Furcht vor den Juden . ||| 14 Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war , ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte . 15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen : Woher kennt dieser die Schriften ? Er hat doch nicht studiert ! ||| 16 Jesus antwortete ihnen und sprach : Meine Lehre ist nicht von mir , sondern von dem , der mich gesandt hat . 17 Wenn jemand seinen Willen tun will , wird er erkennen , ob diese Lehre von Gott ist , oder ob ich aus mir selbst rede . ||| 18 Wer aus sich selbst redet , der sucht seine eigene Ehre ; wer aber die Ehre dessen sucht , der ihn gesandt hat , der ist wahrhaftig , und keine Ungerechtigkeit ist in ihm . 19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben ? Und doch tut keiner von euch das Gesetz . Warum sucht ihr mich zu töten ? 20 Die Menge antwortete und sprach : Du hast einen Dämon ! Wer sucht dich zu töten ? 21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Ein Werk habe ich getan , und ihr alle verwundert euch . 22 Darum ( sage ich euch : ) Mose hat euch die Beschneidung gegeben ( nicht dass sie von Mose kommt , sondern von den Vätern ) , und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat . 23 Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt , damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird , was zürnt ihr mir denn , dass ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe ? 24 Richtet nicht nach dem Augenschein , sondern fällt ein gerechtes Urteil ! |||

Ist Jesus der Christus ? 

25 Da sprachen etliche von Jerusalem : Ist das nicht der , den sie zu töten suchen ? 26 Und siehe , er redet öffentlich , und sie sagen ihm nichts . Haben etwa die Obersten wirklich erkannt , dass dieser in Wahrheit der Christus ist ? 27 Doch von diesem wissen wir , woher er ist ; wenn aber der Christus kommt , so wird niemand wissen , woher er ist . ||| 28 Da rief Jesus , während er im Tempel lehrte , und sprach : Ja , ihr kennt mich und wisst , woher ich bin ! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen , sondern der ist wahrhaftig , der mich gesandt hat , den ihr nicht kennt . 29 Ich aber kenne ihn , weil ich von ihm bin , und er hat mich gesandt . 30 Da suchten sie ihn zu ergreifen ; aber niemand legte Hand an ihn , denn seine Stunde war noch nicht gekommen . ||| 31 Viele aber aus der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen : Wenn der Christus kommt , wird er wohl mehr Zeichen tun als die , welche dieser getan hat ? 32 Die Pharisäer hörten , dass die Menge diese Dinge über ihn murmelte ; darum sandten die Pharisäer und die obersten Priester Diener ab , um ihn zu ergreifen . ||| 33 Da sprach Jesus zu ihnen : Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch , und dann gehe ich hin zu dem , der mich gesandt hat . 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden ; und wo ich bin , dorthin könnt ihr nicht kommen . 35 Da sprachen die Juden untereinander : Wohin will er denn gehen , dass wir ihn nicht finden sollen ? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren ? 36 Was ist das für ein Wort , das er sprach : Ihr werdet mich suchen und nicht finden , und wo ich bin , dorthin könnt ihr nicht kommen ? |||

Ströme des lebendigen Wassers 

37 Aber am letzten , dem großen Tag des Festes stand Jesus auf , rief und sprach : Wenn jemand dürstet , der komme zu mir und trinke ! 38 Wer an mich glaubt , wie die Schrift gesagt hat , aus seinem Leib werden Ströme des Lebendigen Wassers fließen . 39 Das sagte er aber von dem Geist , den die empfangen sollen , welche an ihn glauben ; denn der Heilige Geist war noch nicht da , weil Jesus noch nicht verherrlicht war . |||

Spaltung unter den Juden 

40 Viele nun aus der Volksmenge sagten , als sie das Wort hörten : Dieser ist wahrhaftig der Prophet . 41 Andere sprachen : Dieser ist der Christus ! Andere aber sagten : Kommt der Christus denn aus Galiläa ? 42 Sagt nicht die Schrift , dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem , wo David war ? 43 Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge . 44 Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen , doch legte niemand Hand an ihn . ||| 45 Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück , und diese sprachen zu ihnen : Warum habt ihr ihn nicht gebracht ? 46 Die Diener antworteten : Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch ! 47 Da antworteten ihnen die Pharisäer : Seid auch ihr verführt worden ? 48 Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn ? 49 Aber dieser Pöbel , der das Gesetz nicht kennt , der ist unter einem Fluch ! ||| 50 Da spricht zu ihnen Nikodemus , der bei Nacht zu ihm gekommen war , und der einer der Ihren war : 51 Richtet unser Gesetz einen Menschen , es sei denn , man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt , was er tut ? 52 Sie antworteten und sprachen zu ihm : Bist du etwa auch aus Galiläa ? Forsche nach und sieh : Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen ! 53 Und so ging jeder in sein Haus . |||

JESUS UND DIE EHEBRECHERIN 

8

1 Jesus aber ging an den Ölberg . 2 Und früh am Morgen kam er wieder in den Tempel , und alles Volk kam zu ihm ; und er setzte sich und lehrte sie . ||| 3 Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm , die beim Ehebruch ergriffen worden war , stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm : Meister , diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ergriffen worden . 5 Im Gesetz aber hat uns Mose geboten , dass solche gesteinigt werden sollen . Was sagst nun du ? 6 Das sagten sie aber , um ihn zu versuchen , damit sie ihn anklagen könnten . Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde . ||| 7 Als sie nun fortfuhren , ihn zu fragen , richtete er sich auf und sprach zu ihnen : Wer unter euch ohne Sünde ist , der werfe den ersten Stein auf sie ! 8 Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde . 9 Als sie aber das hörten , gingen sie - von ihrem Gewissen überführt - einer nach dem anderen hinaus , angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten ; und Jesus wurde allein gelassen , und die Frau , die in der Mitte stand . 10 Da richtete sich Jesus auf , und da er niemand sah als die Frau , sprach er zu ihr : Frau , wo sind jene , deine Ankläger ? Hat dich niemand verurteilt ? 11 Sie sprach : Niemand , Herr ! Jesus sprach zu ihr : So verurteile ich dich auch nicht . Geh hin und sündige nicht mehr ! |||

Jesus Christus - das Licht der Welt 

12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach : Ich bin das Licht der Welt . Wer mir nachfolgt , wird nicht in der Finsternis wandeln , sondern er wird das Licht des Lebens haben . ||| 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm : Du legst von dir selbst Zeugnis ab ; dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig ! 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege , so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig , denn ich weiß , woher ich gekommen bin und wohin ich gehe ; ihr aber wisst nicht , woher ich komme und wohin ich gehe . ||| 15 Ihr richtet nach dem Fleisch ; ich richte niemand . 16 Aber auch wenn ich richte , so ist mein Gericht wahrhaftig ; denn ich bin nicht allein , sondern ich und der Vater , der mich gesandt hat . 17 Es steht aber auch in eurem Gesetz geschrieben , dass das Zeugnis zweier Menschen glaubwürdig ist . 18 Ich bin es , der ich von mir selbst Zeugnis gebe , und der Vater , der mich gesandt hat , gibt auch Zeugnis von mir . ||| 19 Da sprachen sie zu ihm : Wo ist dein Vater ? Jesus antwortete : Ihr kennt weder mich noch meinen Vater . Wenn ihr mich kennen würdet , so würdet ihr auch meinen Vater kennen . 20 Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten , als er im Tempel lehrte ; und niemand ergriff ihn , denn seine Stunde war noch nicht gekommen . 21 Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen : Ich gehe fort , und ihr werdet mich suchen , und ihr werdet in eurer Sünde sterben . Wohin ich gehe , dorthin könnt ihr nicht kommen ! 22 Da sagten die Juden : Will er sich etwa selbst töten , dass er spricht : Wohin ich gehe , dorthin könnt ihr nicht kommen ? ||| 23 Und er sprach zu ihnen : Ihr seid von unten , ich bin von oben . Ihr seid von dieser Welt , ich bin nicht von dieser Welt . 24 Darum habe ich euch gesagt , dass ihr in euren Sünden sterben werdet ; denn wenn ihr nicht glaubt , dass ich es bin , so werdet ihr in euren Sünden sterben . ||| 25 Da sagten sie zu ihm : Wer bist du ? Und Jesus sprach zu ihnen : Zuerst das , was ich euch eben sage ! 26 Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten ; aber der , welcher mich gesandt hat , ist wahrhaftig , und was ich von ihm gehört habe , das rede ich zu der Welt . 27 Sie verstanden aber nicht , dass er vom Vater zu ihnen redete . 28 Darum sprach Jesus zu ihnen . Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet , dann werdet ihr erkennen , dass ich es bin ; und ich tue nicht von mir selbst aus , sondern wie mich mein Vater gelehrt hat , so rede ich . 29 Und der , welcher mich gesandt hat , ist mit mir ; der Vater lässt mich nicht allein , denn ich tue allezeit , was ihm wohlgefällt . 30 Als er dies sagte , glaubten viele an ihn . |||

Allein die göttliche Wahrheit macht frei . 
Die Ursache für den Widerstand gegen die Wahrheit 

31 Da sprach Jesus zu den Juden , die an ihn glaubten : Wenn ihr in meinem Wort bleibt , so seid ihr wahrhaftig meine Jünger , 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen , und die Wahrheit wird euch frei machen ! 33 Sie antworteten ihm : Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen ; wie kannst du da sagen : Ihr sollt frei werden ? ||| 34 Jesus antwortete ihnen : Wahrlich , wahrlich ich sage euch : Jeder , der die Sünde tut , ist ein Knecht der Sünde . 35 Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus ; der Sohn bleibt ewig . 36 Wenn euch nun der Sohn frei machen wird , so seid ihr wirklich frei . 37 Ich weiß , dass ihr Abrahams Same seid ; aber ihr sucht mich zu töten , denn mein Wort findet keinen Raum in euch . 38 Ich rede , was ich bei meinem Vater gesehen habe ; so tut auch ihr , was ihr bei eurem Vater gesehen habt . ||| 39 Sie antworteten und sprachen zu ihm : Abraham ist unser Vater ! Jesus spricht zu ihnen : Wenn ihr Abrahams Kinder wärt , so würdet ihr Abrahams Werke tun . 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten , einen Menschen , der euch die Wahrheit gesagt hat , die ich von Gott gehört habe ; das hat Abraham nicht getan . 41 Ihr tut die Werke eures Vaters ! Da sprachen sie zu ihm : Wir sind nicht unehelich geboren , wie haben einen Vater : Gott ! ||| 42 Da sprach Jesus zu ihnen : Wenn Gott euer Vater wäre , so würdet ihr mich lieben , denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen ; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen , sondern er hat mich gesandt . 43 Warum versteht ihr meine Rede nicht ? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt ! 44 Ihr habt den Teufel zum Vater , und was euer Vater begehrt , wollt ihr tun ! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit , denn Wahrheit ist nicht in ihm . Wenn er die Lüge redet , so redet er aus seinem Eigenen , denn er ist ein Lügner und der Vater derselben . ||| 45 Weil aber ich die Wahrheit sage , glaubt ihr mir nicht . 46 Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen ? Wenn ich aber die Wahrheit sage , warum glaubt ihr mir nicht ? 47 Wer aus Gott ist , der hört die Worte Gottes ; darum hört ihr nicht , weil ihr nicht aus Gott seid . 

Entehrung und Ablehnung des Sohnes Gottes 

48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm : Sagen wir nicht mit Recht , dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast ? 49 Jesus erwiderte : Ich habe keinen Dämon , sondern ich ehre meinen Vater , und ihr entehrt mich . 50 Ich aber suche nicht meine Ehre ; es ist Einer der sie sucht und der richtet . 51 Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wenn jemand mein Wort bewahrt , so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit ! ||| 52 Da sprachen die Juden zu ihm : Jetzt erkennen wir , dass du einen Dämon hast ! Abraham ist gestorben und die Propheten , und du sagst : Wenn jemand mein Wort bewahrt , so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit ! 53 Bist du größer als unser Vater Abraham , der gestorben ist ? Und die Propheten sind auch gestorben . Was machst du aus dir Selbst ? ( *Ein ewig Lebender zu Sein , zur Erreichung der Unsterblichkeit )||| 54 Jesus antwortete : Wenn ich mich selbst ehre , so ist meine Ehre nichts ; mein Vater ist es , der mich ehrt , von dem ihr sagt , er sei euer Gott . 55 Und doch habt ihr ihn nicht erkannt ; ich aber kenne ihn . Und wenn ich sagen würde ; Ich kenne ihn nicht ! , so wäre ich ein Lügner , gleich wie ihr . Aber ich kenne ihn und halte sein Wort . 56 Abraham , euer Vater , frohlockte , dass er meinen Tag sehen sollte ; und er sah ihn und freute sich . 57 Da sprachen die Juden zu ihm : Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen ? ||| 58 Jesus sprach zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ehe Abraham war , bin ich ! ||| Da hoben sie Steine auf , um sie auf ihn zu werfen . Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus , mitten durch sie hindurch , und entkam so . |||

Die Heilung eines Blindgeborenen 

9

1 Und als er vorbeiging , sah er einen Menschen , der blind war von Geburt an . 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen : Rabbi , wer hat gesündigt , sodass dieser blind geboren ist , er oder seine Eltern ? 3 Jesus antwortete : Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern ; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden ! ||| 4 Ich muss die Werke dessen wirken , der mich gesandt hat , solange es Tag ist ; es kommt die Nacht , da niemand wirken kann . 5 Solange ich in der Welt bin , bin ich das Licht der Welt . ||| 6 Als er dies gesagt hatte , spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7 und sprach zu ihm : Geh hin , wasche dich im Teich Siloah ( das heißt übersetzt : "Der Gesandte" ) ! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder . ||| 8 Die Nachbarn nun , und die ihn zuvor als Blinden gesehen hatten , sprachen : Ist das nicht der , welcher dasaß und bettelte ? 9 Etliche sagten : Er ist´s ! - andere aber : Er sieht ihm ähnlich ! Er selbst sagte : Ich bin´s ! 10 Da sprachen sie zu ihm : Wie sind deine Augen geöffnet worden ? 11 Er antwortete und sprach : Ein Mensch , der Jesus heißt , machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach zu mir : Geh hin zum Teich Siloah und wasche dich ! Als ich aber hinging und mich wusch , wurde ich sehend . 12 Da sprachen sie zu ihm : Wo ist er ? Er antwortete : Ich weiß es nicht ! |||

Verhör des Geheilten durch die Pharisäer 

13 Da führten sie ihn , der einst blind gewesen war , zu den Pharisäern . 14 Es war aber Sabbat , als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete . 15 Nun fragten ihn auch die Pharisäer wieder , wie er sehend geworden war . Und er sprach zu ihnen : Einen Brei hat er auf meine Augen gelegt , und ich wusch mich und bin nun sehend ! 16 Da sprachen etliche von den Pharisäern : Dieser Mensch ist nicht von Gott , weil er den Sabbat nicht hält ! Andere sprachen : Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun ? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen . 17 Sie sprachen wiederum zu dem Blinden : Was sagst du von ihm , weil er dir die Augen geöffnet hat ? Er aber sprach : Er ist ein Prophet ! ||| 18 Nun glaubten die Juden nicht von ihm , dass er blind gewesen und sehend geworden war , bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten . 19 Und sie fragten sie und sprachen : Ist das euer Sohn , von dem ihr sagt , dass er blind geboren ist ? Wieso ist er denn jetzt sehend ? 20 Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen : Wir wissen , dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist ; 21 wieso er jetzt sieht , das wissen wir nicht ; und wer ihm die Augen geöffnet hat , wissen wir auch nicht . Er ist alt genug ; fragt ihn selbst . Er soll selbst für sich reden ! 22 Das sagten seine Eltern deshalb , weil sie die Juden fürchteten ; denn die Juden waren schon übereingekommen , dass , wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde , dieser aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte . 23 Darum sprachen seine Eltern : Er ist alt genug ; fragt ihn selbst ! ||| 24 Da riefen sie zum zweiten Mal den Menschen , der blind gewesen war , und sprachen zu ihm : Gib Gott die Ehre ! Wir wissen , dass dieser Mensch ein Sünder ist . 25 Da antwortete jener und sprach : Ob er ein Sünder ist , weiß ich nicht . Eines weiß ich : dass ich blind war und jetzt sehend bin ! 26 Sie sprachen aber wiederum zu ihm : Was hat er mit dir gemacht ? Wie hat er dir die Augen geöffnet ? 27 Er antwortete ihnen : Ich habe es euch schon gesagt , und ihr habt nicht darauf gehört ; warum wollt ihr es noch einmal hören ? Wollt auch ihr seine Jünger werden ? 28 Sie beschimpften ihn nun und sprachen : Du bist sein Jünger ! Wir aber sind Moses Jünger . 29 Wir wissen , dass Gott zu Mose geredet hat ; von diesem aber wissen wir nicht , woher er ist . ||| 30 Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen : Das ist doch verwunderlich , dass ihr nicht wisst , woher er ist , und er hat doch meine Augen geöffnet . 31 Wir wissen aber , dass Gott nicht auf Sünder hört ; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut , den hört er . 32 Von Ewigkeit her hat man nicht gehört , dass jemand einen Blindgeborenen die Augen geöffnet hat . 33 Wenn dieser nicht von Gott wäre , so könnte er nichts tun ! 34 Sie antworteten und sprachen zu ihm : Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren ? Und sie stießen ihn hinaus . |||

Blinde sehen und Sehende werden blind 

35 Jesus hörte , dass sie ihn ausgestoßen hatten , und als er ihn fand , sprach er zu ihm : Glaubst du an den Sohn Gottes ? 36 Er antwortete und sprach : Wer ist es , Herr , damit ich an ihn glaube ? 37 Jesus aber sprach zu ihm : Du hast ihn gesehen , und der mit dir redet , der ist es ! 38 Er aber sprach : Ich glaube , Herr! und fiel anbetend vor ihm nieder . ||| 39 Und Jesus sprach : Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen , damit die , welche nicht sehen , sehend werden und die , welche sehen , blind werden . ||| 40 Und dies hörten etliche der Pharisäer , die bei ihm waren , und sprachen zu ihm : Sind denn auch wir blind ? 41 Jesus sprach zu ihnen : Wenn ihr blind wärt , so hättet ihr keine Sünde , nun sagt ihr aber : Wir sind sehend ! - deshalb bleibt eure Sünde . |||

Der gute HIrte 

*insbesondere auch für Muslime *und über das Fasten 

10 

1 Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht , sondern anderswo hineinsteigt , der ist ein Dieb und ein Räuber . 2 Wer aber durch die Tür hineingeht , ist der Hirte der Schafe . 3 Diesem öffnet der Türhüter , und die Schafe hören auf seine Stimme , und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus . 4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat , geht er vor ihnen her ; und die Schafe folgen ihm nach , denn sie kennen seine Stimme . 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach , sondern fliehen vor ihm ; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht . 6 Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus . Sie verstanden aber nicht , wovon er zu ihnen redete . ||| 7 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen : Wahrlich , wahrlich , ich sage euch : Ich bin die Tür für die Schafe . 8 Alle , die vor mir kamen , sind Diebe und Räuber ; aber die Schafe hörten nicht auf sie . 9 Ich bin die Tür . Wenn jemand durch mich hineingeht , wird er gerettet werden und wird ein - und ausgehen und Weide finden . 10 Der Dieb kommt nur , um zu stehlen , zu töten und zu verderben ; ich bin gekommen , damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben . ||| 11 Ich bin der gute Hirte ; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe . 12 Der Mietling aber , der kein Hirte ist , dem die Schafe nicht gehören , sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht ; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe . 13 Der Mietling aber flieht , weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert . 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt , 15 gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne ; und ich lasse mein Leben für die Schafe . ||| 16 Und ich habe noch andere Schafe , die nicht aus dieser Schafhürde sind ; auch diese muss ich führen , und sie werden meine Stimme hören , und es wird eine Herde und ein Hirte sein . 17 Darum liebt mich der Vater , weil ich mein Leben lasse , damit ich es wieder nehme . 18 Niemand nimmt es von mir , sondern ich lasse es von mir aus . Ich habe Vollmacht , es zu lassen , und habe Vollmacht , es wieder zu nehmen . Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen . ||| 19 Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen ; 20 und viele von ihnen sagten : Er hat einen Dämon und ist von Sinnen , weshalb hört ihr auf ihn ? 21 Andere sagten : Das sind nicht die Worte eines Besessenen . Kann denn ein Dämon Blinden die Augen öffnen ? ||| 22 Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt ; und es war Winter . 23 Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomons umher . 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm : Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel ? Bist du der Christus , so sage es uns frei heraus ! ||| 25 Jesus antwortete ihnen : Ich habe es euch gesagt , und ihr glaubt nicht . Die Werke , die ich tue im Namen meines Vaters , diese geben Zeugnis von mir ; 26 aber ihr glaubt nicht , denn ihr seid nicht von meinen Schafen , wie ich euch gesagt habe . 27 Meine Schafe hören meine Stimme , und ich kenne sie , und sie folgen mir nach ; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben , und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen , und niemand wird sie aus meiner Hand reißen . 29 Mein Vater , der sie mir gegeben hat , ist größer als alle , und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen . 30 Ich und der Vater sind eins . |||

Die Auferweckung des Lazarus 

11

1 Es war aber einer krank , Lazarus von Bethanien aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha , 2 nämlich der Maria , dien den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat ; deren Bruder Lazarus war krank . 3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen : Herr , siehe , der , den du lieb hast , ist krank ! ||| 4 Als Jesus es hörte , sprach er : Diese Krankheit ist nicht zum Tode , sondern zur Verherrlichung Gottes , damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird ! 5 Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus . 6 Als er nun hörte , dass jener krank sei , blieb er noch zwei Tage an dem Ort , wo er war . 7 Dann erst sagte er zu den Jüngern : Lasst uns wieder nach Judäa ziehen ! 8 Die Jünger antworteten ihm : Rabbi , eben noch wollten dich die Juden steinigen , und du begibst dich wieder dorthin ? ||| 9 Jesus erwiderte : Hat der Tag nicht zwölf Stunden ? Wenn jemand bei Tag wandelt , so stößt er nicht an , denn er sieht das Licht dieser Welt . 10 Wenn aber jemand bei Nacht wandelt , so stößt er an , weil das Licht nicht in ihm ist . 11 Dies sprach er , und danach sagte er zu ihnen : Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen ; aber ich gehe hin , um ihn aufzuwecken . ||| 12 Da sprachen seine Jünger : Herr , wenn er eingeschlafen ist , so wird er gesund werden ! 13 Jesus aber hatte von seinem Tod geredet ; sie dagegen meinten , er rede vom natürlichen Schlaf . 14 Daraufhin nun sagte es ihnen Jesus frei heraus : Lazarus ist gestorben ; 15 und ich bin froh um euretwillen , dass ich nicht dort gewesen bin , damit ihr glaubt . Doch lasst uns zu ihm gehen ! 16 Da sprach Thomas , der Zwilling genannt wird , zu den Mitjüngern : Lasst uns auch hingehen , damit wir mit ihm sterben ! ||| 17 Als nun Jesus hinkam , fand er ihn schon vier Tage im Grab liegend . 18 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem , ungefähr 15 Stadien weit entfernt ; 19 und viele von den Juden waren zu denen um Martha und Maria hinzugekommen , um sie wegen ihres Bruders zu trösten . 20 Als Martha nun hörte , dass Jesus komme , lief sie ihm entgegen ; Maria aber blieb im Haus sitzen . ||| 21 Da sprach Martha zu Jesus : Herr , wenn du hier gewesen wärst , mein Bruder wäre nicht gestorben ! 22 Doch auch jetzt weiß ich : Was immer du von Gott erbitten wirst , das wird Gott dir geben ! 23 Jesus spricht zu ihr : Dein Bruder wird auferstehen ! 24 Martha spricht zu ihm : Ich weiß , dass er auferstehen wird , in der Auferstehung am letzten Tag . ||| 25 Jesus spricht zu ihr : Ich bin die Auferstehung und das Leben . Wer an mich glaubt , wird leben , auch wenn er stirbt ; 26 und jeder , der lebt und an mich glaubt , wird in Ewigkeit nicht sterben . Glaubst du das ? 27 Sie spricht zu ihm : Ja , Herr ! Ich glaube , dass du der Christus bist , der Sohn Gottes , der in die Welt kommen soll . ||| 28 Und als sie das gesagt hatte , ging sie fort und rief heimlich ihre Schwester Maria und sprach : Der Meister ist da und ruft dich ! 29 Als diese es hörte , stand sie schnell auf und begab sich zu ihm . 30 Jesus war aber noch nicht in das Dorf gekommen , sondern befand sich an dem Ort , wo Martha ihm begegnet war . 31 Als nun die Juden , die bei ihr im Haus waren und sie trösteten , sahen , dass Maria so schnell aufstand und hinausging , folgten sie ihr nach und sprachen : Sie geht zum Grab , um dort zu weinen . ||| 32 Als aber Maria dorthin kam , wo Jesus war , und ihn sah , fiel sie zu seinen Füßen nieder und sprach zu ihm : Herr , wenn du hier gewesen wärst , mein Bruder wäre nicht gestoben ! 33 Als nun Jesus sah , wie sie weinte , und wie die Juden , die mit ihr gekommen waren , weinten , seufzte er im Geist und wurde bewegt 34 uns sprach : Wo habt ihr ihn hingelegt ? Sie sprechen zu ihm : Herr , komm und sieh ! 35 Jesus weinte . 36 Da sagten die Juden : seht , wie hatte er ihn so lieb ! 37 Etliche von ihnen aber sprachen : Konnte der , welcher dem Blinden die Augen geöffnet hat , nicht dafür sorgen , dass auch dieser nicht gestorben wäre ? ||| 38 Jesus nun , indem er wieder bei sich selbst seufzte , kam zum Grab . Es war aber eine Höhle , und ein Stein lag darauf . 39 Jesus spricht : Hebt den Stein weg ! Martha , die Schwester des Verstorbenen , spricht zu ihm : Herr , er riecht schon , denn er ist schon vier Tage hier ! 40 Jesus spricht zu ihr : Habe ich dir nicht gesagt : Wenn du glaubst , wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen ? ||| 41 Da hoben sie den Stein weg , wo der Verstorbene lag . Jesus aber hob die Augen empor und sprach : Vater , ich danke dir , dass du mich erhört hast . 42 Ich aber weiß , dass du mich allezeit erhörst ; doch um der umstehenden Menge willen habe ich es gesagt , damit sie glauben , dass du mich gesandt hast . 43 Und als er dies gesagt hatte , rief er mit lauter Stimme : Lazarus , komm heraus ! 44 Und der Verstorbene kam heraus , an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt . Jesus spricht zu ihnen : Bindet ihn los und lasst ihn gehen ! ||| 45 Viele nun von den Juden , die zu Maria gekommen waren und sahen , was Jesus getan hatte , glaubten an ihn . 46 Etliche aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen , was Jesus getan hatte . |||

Der Mordplan des Hohen Rates 

47 Da versammelten die obersten Priester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen : Was sollen wir tun ? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen ! 48 Wenn wir ihn so fortfahren lassen , werden alle an ihn glauben ; und dann kommen die Römer und nehmen uns das Land und das Volk weg ! ||| 49 Einer aber von ihnen , Kajaphas , der in jenem Jahr Hohepriester war , sprach zu ihnen : Ihr erkennt überhaupt nichts , 50 und ihr bedenkt nicht , dass es für uns besser ist , dass ein Mensch für das Volk stirbt , als dass das ganze Volk zugrunde geht ! ||| 51 Dies redete er aber nicht aus sich selbst ; sondern weil er in jenem Jahr Hohepriester war , weissagte er ; denn Jesus sollte für das Volk sterben , 52 und nicht für das Volk allein , sondern auch , um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zusammenzubringen . ||| 53 Von jedem Tag an beratschlagten sie nun miteinander , um ihn zu töten . 54 Darum ging Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden umher , sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste , in eine Stadt namens Ephraim , und hielt sich dort auf mit seinen Jüngern . ||| 55 Es war aber das Passah der Juden nahe . Und viele aus dem ganzen Land gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf , um sich zu reinigen . 56 Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander , als sie im Tempel standen : Was meint ihr , kommt er nicht zu dem Fest ? 57 Sowohl die obersten Priester als auch die Pharisäer hatten aber einen Befehl gegeben , dass , wenn jemand wisse , wo er sei , er es anzeigen solle , damit sie ihn ergreifen könnten . |||

Maria salbt die Füße Jesu

12 

1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus dann nach Bethanien , wo Lazarus war , der tot gewesen war und den er aus den Toten auferweckt hatte . 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl , und Martha diente . Lazarus aber war einer von denen , die mit ihm zu Tisch saßen . 3 Da nahm Maria ein Pfund echten , köstlichen Nardensalböls , salbte Jesus die Füße und trocknete seine Füße mit ihren Haaren ; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls . ||| 4 Da spricht Judas , Simons Sohn , der Ischariot , einer seiner Jünger , der ihn danach verriet : 5 Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Denare verkauft und es den Armen gegeben ? 6 Das sagte er aber nicht , weil er sich um die Armen kümmerte , sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug , was eingelegt wurde . 7 Da sprach Jesus : Lass sie ! Dies hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt . 8 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch ; mich aber habt ihr nicht allezeit . 9 Es erfuhr nun eine große Menge der Juden , dass er dort war ; und sie kamen nicht allein um Jesu willen , sondern auch um Lazarus zu sehen , den er aus den Toten auferweckt hatte . 10 Da beschlossen die obersten Priester , auch Lazarus zu töten , 11 denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus . |||

Der Einzug des Messias Jesus in Jerusalem 

12 Am folgenden Tag , als viele Leute , die zum Fest erschienen waren , hörten , dass Jesus nach Jerusalem komme , 13 da nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus , ihm entgegen , und riefen : Hosianna ! Gepriesen sei der , welcher kommt im Namen des Herrn , der König von Israel ! 14 Jesus aber hatte einen jungen Esel gefunden und setzte sich darauf , wie geschrieben steht : 15 "Fürchte dich nicht , Tochter Zion ! Siehe , dein König kommt , sitzend auf dem Füllen einer Eselin" . ||| 16 Dies verstanden aber seine Jünger anfangs nicht , doch als Jesus verherrlicht war , da erinnerten sie sich , dass dies von ihm geschrieben stand und dass sie ihm dies getan hatten . 17 Die Menge nun , die bei ihm war , als er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte , legte Zeugnis ab . 18 Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen , weil sie gehört hatte , dass er dieses Zeichen getan hatte . 19 Da sprachen die Pharisäer zueinander : Ihr seht , dass ihr nichts ausrichtet . Siehe , alle Welt läuft ihm nach ! ||| 20 Es waren aber etliche Griechen unter denen , die hinaufkamen , um während des Festes anzubeten . 21 Diese gingen zu Philippus , der aus Bethsaida in Galiläa war , baten ihn und sprachen : Herr , wir möchten gerne Jesus sehen ! 22 Philippus kommt und sagt es dem Andreas , und Andreas und Philippus sagen es wiederum Jesus . |||


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