Hiob auf der Suche nach der Weisheit 

28 Denn für das Silber gibt es einen Fundort und für das Gold einen Platz , wo man es läutert . ||| 2  Eisen wird aus dem Erdenstaub gewonnen , und Gestein schmilzt man zu Kupfer . ||| 3 Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus ; selbst das Gestein , das in Finsternis und Dunkelheit liegt . ||| 4 Einen Schacht bricht man auf von da aus , wo man wohnt ; wie vergessen , ohne ihren Fuß aufzusetzen , baumeln und schwanken sie , weit weg von den Menschen . ||| 5 Aus der Erde kommt zwar Speise hervor , aber unter ihr ist´s wie vom Feuer durchwühlt . ||| 6 Ihr Gestein ist der Fundort des Saphirs , und Goldstaub ist in ihr . ||| 7 Ein Pfad ( ist´s ) , den kein Raubvogel kennt und den auch das Auge des Habichts nicht erspäht , ||| 8 den auch das stolze ( Wild ) nicht betreten hat , auf dem der Löwe nicht geschritten ist . ||| 9 ( Der Mensch ) steckt seine Hand nach dem Felsgestein aus , wühlt die Berge um von Grund auf . ||| 10 Er treibt Stollen in die Felsen , und sein Auge erfasst alles , was kostbar ist . ||| 11 Die Ströme hat er eingedämmt , damit sie nicht durchsickern , und er bringt das Verborgene hervor ans Licht . |||

  12 Aber die Weisheit , wo wird sie gefunden , und wo ist der Fundort der Einsicht ? |||

 13 Der Sterbliche kennt ihren Wert nicht , und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden . ||| 14 Die Tiefe spricht : " Sie ist nicht in mir !" , und das Meer : " Sie ist nicht bei mir !" ||| 15 Mit Feingold kann man sie nicht bezahlen , und Silber kann nicht als ihr Kaufpreis abgewogen werden . ||| 16 Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben , auch nicht um köstlichen Onyxstein und Saphir . ||| 17 Gold und Glas kommt ihr nicht gleich , noch kann man sie eintauschen gegen ein goldenes Gerät . ||| 18 Korallen und Kristall gelten nichts gegen sie , und der Besitz der Weisheit geht über Perlen . ||| 19 Der Topas aus Kusch ist ihr nicht zu vergleichen ; mit reinem Gold wird sie nicht aufgewogen . ||| 

20 Woher kommt denn nun die Weisheit , und wo ist die Fundstätte der Einsicht ? |||

 21 Sie ist verborgen vor den Augen alles Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt . ||| 22 Der Abgrund und der Tod sprechen : " Wir haben mit unseren Ohren ein Gerücht von ihr gehört !" ||| 

23 Gott hat Einsicht in ihren Weg , und er kennt ihre Fundstätte . ||| 24 Denn Er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles , was unter dem Himmel ist . ||| 25 Als er dem Wind sein Gewicht gab und die Wasser abwog mit einem Maß , ||| 26 als er dem Regen sein Gesetz bestimmte und dem donnernden Unwetter seinen Weg : ||| 27 Da hat er sie gesehen und verkündigt , sie bestätigt und ergründet , ||| 27 und er sprach zum Menschen : " Siehe , die Furcht des Herrn , das ist Weisheit , und vom Bösen weichen , das ist Einsicht !" |||

Hiob blickt zurück auf sein einstiges Glück 

29 

Und Hiob fuhr fort im Vortrag seiner Sprüche und sagte : ||| 2 O dass ich wäre wie in den früheren Monaten , wie in den Tagen , als Gott mich behütete , ||| 3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich in seinem Licht durch das Dunkel ging ; ||| 4 wie ich in den Tagen meiner Mannesreife war , als über meinem Zelt der vertraute Umgang mit Gott waltete , ||| 5 als der Allmächtige noch mit mir war und meine Knechte um mich her ; ||| 6 als ich meine Tritte in Milch badete und der Fels neben mir Öl in Strömen ergoss . ||| 7 Wenn ich ( damals ) zum Tor ging , zur Stadt hinauf , und meinen Sitzt auf dem Markplatz aufstellte , ||| 8 und mich die Jungen sahen , so verbargen sie sich , und die Greise standen auf und blieben stehen . ||| 9 Die Fürsten hörten auf zu reden und legten die Hand auf ihren Mund . ||| 10 Die Stimme der Vornehmen verstummten , und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen . ||| 11 Wessen Ohr mich hörte , der pries mich glücklich , und wessen Auge mich sah , der stimmte mir zu . ||| 12 Denn ich rettete den Elenden , der um Hilfe schrie , und die Waise , die keinen Helfer hatte . ||| 13 Der Segenswunsch des Verlorenen kam über mich , und ich brachte das Herz der Witwe zum Jauchzen . ||| 14 Die Gerechtigkeit , die ich angelegt hatte , bekleidete mich ; als Talar und Turban diente mir mein Recht . ||| 15 Ich war das Auge des Blinden und der Fuß des Lahmen . ||| 16 Ich war der Vater der Armen , und die Streitsache dessen , den ich nicht kannte , untersuchte ich . ||| 17 Ich zerbrach die Kinnladen des Frevlers und riss ihm den Raub aus den Zähnen . ||| 18 Und so dachte ich : Ich werde in meinem Nest sterben und meine Tage vermehren wie Sand . ||| 19 Meine Wurzel war an Wassern ausgebreitet , und der Tau übernachtete auf meinem Zweig . ||| 20 Meine Ehre erneuerte sich bei mir , und mein Bogen verjüngte sich in meiner Hand . ||| 21 Auf mich hörte und wartete man und lauschte stillschweigend auf meinen Rat . ||| 22 Auf mein Wort folgte kein Widerspruch , und meine Rede träufelte auf sie . ||| 23 Sie harrten auf mich , wie auf einen Regen , und sperrten ihren Mund auf wie nach einem Spätregen . ||| 24 Ich lächelte ihnen zu , wenn sie kein Zutrauen hatten , und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht trüben . ||| 25 Ich wählte für sie den Weg aus und saß an ihrer Spitze und thronte wie ein König inmitten seiner Schar , wie einer , der die Traurigen tröstet . |||

Hiobs Elend und Demütigung 

30 

Jetzt aber lachen die über mich , die an Jahren jünger sind als ich , deren Väter ich verschmäht hätte , neben die Hunde meiner Herde zu setzen ! ||| 2 Wozu sollte mir die Arbeit ihrer Hände dienen , da es ihnen an ungebrochener Kraft fehlte ? ||| 3 Durch Mangel und Hunger abgezehrt , benagen sie das dürre Land , das längst wüst und verödet war ; ||| 4 sie pflücken Salzkraut am Gesträuch , und ihr Brot ist die Ginsterwurzel . ||| 5 Aus der Gemeinschaft werden sie gejagt ; man schreit über sie wie über Diebe . ||| 6 Am Abhang der Schluchten müssen sie wohnen , in Erdlöchern und Felsenhöhlen . ||| 7 Im Gebüsch schreien sie , unter dem Unkraut finden sie sich zusammen . ||| 8 Als Kinder von Narren , Kinder von Ehrlosen , sind sie aus dem Land ausgepeitscht worden . ||| 9 Und Jetzt bin ich ihr Spottlied geworden und diene ihnen zum Geschwätz ! ||| 10 Sie verabscheuen mich , fliehen vor mir , und vor meinem Angesicht halten sie den Speichel nicht zurück . ||| 11 Denn meine Bogensehne hat Er gelöst und mich gebeugt , darum lassen sie den Zügel vor mir schießen . ||| 12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut ; sie stoßen meine Füße weg und schütten ihre Rampen zum Sturm gegen mich auf . ||| 13 Meinen Pfad haben sie eingerissen , zu meinem Untergang helfen sie , die selbst keinen Helfer haben . ||| 14 Wie durch eine weite Bresche rücken sie heran ; unter Getöse wälzen sie sich daher . ||| 15 Jähe Schrecken haben sich gegen mich gewendet ; meine Ehre ist wie der Wind verflogen , und meine Rettung ist vorübergezogen wie eine Wolke . ||| 16 Und nun zerfließt meine Seele in mir ; die Tage des Elends haben mich ergriffen . ||| 17 Die Nacht durchbohrt mein Gebein , und meine nagenden Schmerzen schlafen nicht ; ||| 18 durch ihre große Heftigkeit verändert sich mein Gewand ; wie der Kragen meines Hemdes schnürt es mich ein . ||| 19 Er hat mich in den Kot geworfen , und ich bin wie Staub und Asche geworden . ||| 20 Ich schreie zu dir , und du antwortest mir nicht ; ich stehe da , und du beobachtest mich . ||| 21 Du hast dich mir in einen unbarmherzigen Feind verwandelt ; mit deiner gewaltigen Hand widerstehst du mir . ||| 22 Du setzt mich dem Sturm aus , lässt mich dahinfahren , lässt mich vergehen in Unruhe . ||| 23 Denn ich weiß , dass du mich zum Tode führen wirst , in das Haus , wo alle Lebendigen zusammenkommen . ||| 24 Doch streckt man nicht seine Hand aus , wenn man unter Trümmern ( begraben ) ist , oder ruft man nicht um Hilfe , wenn man untergeht ? ||| 25 Habe ich nicht geweint über den , der böse Zeiten hatte , und war meine Seele nicht über den Armen bekümmert ? ||| 26 Ja , ich habe auf Gutes gehofft , und es kam Böses ; ich wartete auf das Licht , und es kam Finsternis . ||| 27 Meine Eingeweide sind zum Sieden gebracht und haben keine Ruhe ; die Tage meines Elends sind mir entgegengetreten . ||| 28 Traurig gehe ich einher , ohne Sonne ; ich stehe in der Gemeinde auf und schreie ( um Hilfe ) . ||| 29 Ich bin den Schakalen ein Bruder geworden und ein Gefährte der Strauße . ||| 30 Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab , und meine Gebeine brennen vor Hitze . |||  31 Mein Harfenklang ist zu einem Trauerlied geworden und mein Flötenspiel zu lautem Weinen . |||

Hiob hält an seiner Unschuld fest

31 

Ich hatte meinen Bund geschlossen mit meinen Augen , dass ich ja nicht ( begehrlich ) auf eine Jungfrau blickte . ||| 2 Denn was würde mir Gott vom Himmel her zuteilen , und welchen Lohn erhielte ich von dem Allmächtigen aus der Höhe ? ||| 3 Ist denn das Unglück nicht für den Ungerechten und das Missgeschick für die Übeltäter ? ||| 4 Sieht Er denn nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte , ||| 5 sodass er wissen kann , ob ich mit Lügen umgegangen oder auf Betrug ausgegangen bin ? ||| 6 Er wäge mich auf der Waage der Gerechtigkeit , so wird GOtt meine Tadellosigkeit erkennen ! ||| 7 Ist mein Schritt vom Weg abgewichen oder mein Herz den Augen nachgewandelt , und klebt an meinen Händen ein Makel , ||| 8 so will ich säen , und ein anderer soll essen , und meine Pflanzungen sollen entwurzelt werden ! ||| 9 Hat sich mein Herz zu einer Frau hinreißen lassen , oder habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert , ||| 10 so soll meine Frau für einen anderen mahlen , und andere mögen sich über sie beugen ! ||| 11 Denn das wäre eine Schandtat und ein strafwürdiges Vergehen , ||| 12 ja , ein Feuer wär´s , das bis zum Abgrund fräße und all meinen Ertrag verzehren würde mit Stumpf und Stiel ! ||| 13 Wenn ich meinem Knecht oder meiner Magd das Recht verweigert hätte , als sie einen Rechtsstreit gegen mich hatten , ||| 14 was wollte ich tun , wenn Gott gegen mich aufträte ; und wenn er mich zur Rede stellte , was wollte ich ihm antworten ? ||| 15 Hat nicht der , der mich im Mutterleib bereitete , auch ihn gemacht ? Hat nicht ein und derselbe uns im Mutterleib gebildet ? ||| 16 Habe ich den Armen versagt , was sie begehrten , und die Augen der Witwe verschmachten lassen ? ||| 17 Habe ich meinen Bissen allein verzehrt , und hat der Verwaiste nichts davon essen können ? ||| 18 Wahrlich , von meiner Jugend auf ist er bei mir aufgewachsen wie bei einem Vater , und von meiner Mutter Leib an habe ich ( die Witwe ) geführt ! ||| 19 Habe ich mit angesehen , wie einer umherirrte ohne Kleider , oder der Arme ohne Decke ? ||| 20 Wenn seine Lenden mich nicht gesegnet haben und er sich von der Wolle meiner Lämmer nicht wärmen durfte , ||| 21 wenn ich meine Hand gegen die Waise erhob , weil ich sah , dass man mir helfen würde im Tor , ||| 22 so soll mir meine Schulter vom Nacken fallen und mein Arm aus seinem Gelenk brechen ! ||| 23 Denn schrecklich wäre Gottes Strafe für mich gewesen , und vor seiner Hoheit hätte ich nicht bestehen können . ||| 24 Habe ich mein Vertrauen je auf Gold gesetzt und zum Feingold gesagt : " Sei du meine Zuversicht !" , ||| 25 habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran , wenn ihn ein Unglück traf ? ||| 30 Nein , ich habe meine Zunge nie hergegeben zum Sündigen , dass ich mit einem Fluch sein Leben gefordert hätte . ||| 31 Haben meine Hausgenossen nicht oft gesagt : " Wer wäre nicht von seinem Fleisch satt geworden ? " ||| 32 Kein Fremder brauchte draußen zu übernachten ; ich öffnete meine Tür dem Wandersmann . ||| 33 Habe ich , wie Adam , meine Übertretung zugedeckt , sodass ich meine Schuld in meiner Brust verbarg , ||| 34 weil ich die große Menge fürchtete und die Verachtung ( meiner ) Verwandten mich niedergeschlagen hätte , sodass ich geschwiegen hätte und nicht zur Tür hinausgegangen wäre ? ||| 35 O dass ich einen hätte , der mir Gehör schenkte ! ||| Siehe , das ist meine Unterschrift ; der Allmächtige antworte mir , und mein Gegner schreibe eine Klagschrift gegen mich ! ||| 36 Wahrlich , ich würde sie auf meine Schulter nehmen und als Ehrenkranz um mein Haupt winden ! ||| 37 Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst ! ||| 38 Wenn mein Ackerboden gegen mich schreit und seine Furchen miteinander weinen , ||| 39 weil ich , ohne ihn zu bezahlen , seinen Ertrag verzehrt habe und die Seele seines Besitzers aushauchen ließ , ||| 40 so soll statt Weizen Dorngestrüpp hervorkommen und Unkraut anstatt der Gerste ! ||| Zu Ende sind die Reden Hiobs . |||

Elihu tadelt Hiobs Freunde und redet zu Hiob 

32

Und jene drei Männer hörten auf , Hiob zu antworten , weil er in seinen Augen gerecht war . ||| 2 Da entbrannte der Zorn Elihus , des Sohnes Baracheels , des Busiters , aus dem Geschlecht Ram ; über Hiob entbrannte sein Zorn , weil er meinte , er sei Gott gegenüber im Recht ; ||| 3 über seine drei Freunde aber entbrannte sein Zorn , weil sie keine Antwort fanden und Hiob doch verurteilten . ||| 4 Elihu aber hatte mit seiner Rede an Hiob gewartet ; denn jene waren älter als er . ||| 5 Als aber Elihu sah , dass im Mund jener der drei Männer keine Antwort mehr war , da entbrannte sein Zorn . ||| 6 Und Elihu , der Sohn Baracheels , der Busiter , ergriff das Wort und sprach : Jung bin ich an Jahren , ihr aber seid grau ; darum scheute und fürchtete ich mich , euch mein WIssen zu verkünden . ||| 7 Ich dachte : Die Betagten sollen reden und die Bejahrten Weisheit lehren ! ||| 8 Aber der Geist ist es im Menschen , und der Odem des Allmächtigen , der sie verständig macht . ||| 9 Angesehene sind nicht weise , und Alte verstehen sich nicht aufs Recht . ||| 10 Darum sage ich : Höre auf mich , so will ich mein Wissen verkünden , ja , auch ich ! ||| 11 Siehe , ich habe eure Reden abgewartet , auf eure Einsichten gehört , bis ihr die ( rechten ) Worte finden würdet ; ||| 12 und ich gab aufmerksam auf euch acht ___ aber siehe , da war keiner , der Hiob widerlegt hätte , der seine Reden beantwortet hätte ! ||| 13 Sagt nur ja nicht : " Wir haben die Weisheit gefunden : Gott wird ihn wegfegen , nicht ein Mensch !" ||| 14 Er hat seine Worte nicht an mich gerichtet , so will ich ihm auch nicht mit euren Worten antworten . ||| 15 Sie sind bestürzt , sie geben keine Antwort mehr , die Worte sind ihnen ausgegangen ! ||| 16 Und ich sollte warten , weil sie nichts sagen , weil sie dastehen und nicht mehr antworten ? ||| 17 So will auch ich nun meinen Teil erwidern und mein Wissen verkünden , ja , auch ich ! ||| 18 Denn ich bin voll von Worten , und der Geist , der in mir ist , drängt mich dazu . ||| 19 Siehe , mein Inneres ist wie Wein , der keine Öffnung hat ; wie ( Wein ) , der aus neuen Schläuchen hervorbricht . ||| 20 Ich will reden , damit ich Luft bekomme ; ich will meine Lippen auftun und antworten . ||| 21 Ich will aber für niemand Partei ergreifen und keinem Menschen schmeicheln ; ||| 22 denn ich kann nicht schmeicheln ___ leicht könnte mein Schöpfer mich sonst wegraffen ! ||| 

Elihu verkündet das Heilswerk Gottes

33

Doch höre nun , Hiob , meine Rede , und nimm alle meine Worte zu Ohren ! ||| 2 Siehe doch , ich öffne meinen Mund , meine Zunge redet in meiner Mundhöhle ; ||| 3 meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen , und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus . ||| 4 Der Geist Gottes hat mich gemacht , und der Odem des Allmächtigen erhält mich am Leben . ||| 5 Kannst du es , so widerlege mich ; rüste dich , tritt vor mich hin ! ||| 6 Siehe , ich bin vor Gott gleich wie du ; auch ich bin aus Lehm gebildet . ||| 7 Siehe , Furcht vor mir soll dich nicht schrecken , und meine Hand soll dich nicht niederdrücken . ||| 8 Nun hast du vor meinen Ohren gesagt , und ich höre ( noch ) den Klang der Worte : ||| 9 " Rein bin ich , ohne Vergehen , unbefleckt bin ich und ohne Schuld ! ||| 10 Siehe , Er erfindet Feindseligkeiten gegen mich , er hält mich für seinen Feind ; ||| 11 er legt meine Füße in den Stock und lauert auf alle meine Wege !" ||| 12 Siehe , da bist du nicht im Recht , erwidere ich dir ; denn Gott ist größer als der Mensch ! ||| 13 Warum rechtest du denn mit ihm , da er noch keine seiner Taten zu verantworten hat ? ||| 14 Sondern Gott redet einmal und zum zweiten Mal , aber man beachtet es nicht . ||| 15 Im Traum , im Nachtgesicht , wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern , ||| 16 da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie , ||| 17 um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren , ||| 18 damit er seine Seele vom Verderben zurückhalte , und sein Leben davon , in den Wurfspieß zu rennen . ||| 19 Er züchtigt ihn mit Schmerzen auf seinem Lager , ja , er straft sein Gebein sehr hart , ||| 20 dass ihm das Brot zum Ekel wird und seiner Seele die Lieblingsspeise . ||| 21 Sein Fleisch schwindet dahin , man sieht es nicht mehr , und seine Knochen , die man sonst nicht sah , liegen bloß ; ||| 22 seine Seele naht sich dem Verderben und sein Leben den Todesmächten . ||| 23 Wenn es dann für ihn einen Gesandten gibt , einen Mittler , einen aus Tausenden , der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt , |||  24 so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen : " Erlöse ihn , damit er nicht ins Verderben hinabfahre ; ich habe ein Lösegeld gefunden !" ||| 25 Alsdann wird sein Fleisch frischer sein als in jungen Jahren ; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend ; ||| 26 er wird zu Gott flehen , un der wird ihm gnädig sein ; ja , Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen , und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit weitergeben . ||| 27 Der wird ( dann ) singen vor den Menschen und sagen : Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt ; aber er hat mir nicht vergolten ( wie ich es verdiente ) ; ||| 28 er  hat meine Seele erlöst , dass sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist , sodass mein Leben das Licht wieder sieht ! ||| 29 Siehe , dies alles tut Gott zwei - oder drei - mal mit dem Menschen , ||| 30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen , damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen . ||| 31 Habe acht , Hiob , höre mir zu ; schweige , und ich will reden ! ||| 32 Wenn du Worte hast , so antworte mir ; rede nur , denn ich wünsche deine Rechtfertigung ! ||| 33 Wenn aber nicht , so höre mir zu ; schweige , und ich will dich Weisheit lehren ! ||| 

Elihu verkündet die souveräne Gerechtigkeit Gottes 

34

Und Elihu redete weiter und sprach : ||| 2 Hört , ihr Weisen , auf meine Worte , und ihr Verständigen , gebt mir Gehör ! ||| 3 Denn das Ohr prüft die Worte , wie der Gaumen die Speise schmeckt . ||| 4 Das Rechte wollen wir uns erwählen , um untereinander zu erkennen , was gut ist ! ||| 5 Denn Hiob behauptet : " Ich bin gerecht , aber Gott hat mir mein Recht entzogen . ||| 6 Trotz meines Rechtes werde ich zum Lügner gestempelt ; tödlich verwundet bin ich vom Pfeil ___ ohne dass ich schuldig wäre !" ||| 7 Wer ist ein Mann wie Hiob , der Lästerung trinkt wie Wasser , ||| 8 der in Gemeinschaft mit Übeltätern wandelt und mit gottlosen Leuten umgeht ? ||| 9 Denn er hat gesagt : " Es nützt dem Menschen nichts , wenn er mit Gott Freundschaft pflegt !" ||| 10 Darum , ihr verständigen Männer , hört mir zu : Fern sei es von Gott , dass er gesetzlos handle , und von dem Allmächtigen , dass er Unrecht tue ; ||| 11 sondern er vergilt dem Menschen nach seinem Handeln und lässt es jedem ergehen nach seinem Wandel . ||| 12 Ja wahrlich , Gott handelt nicht gesetzlos , und der Allmächtige beugt das Recht nicht ! ||| 13 Wer hätte ihm die Erde unterstellt ? Und wer hat den ganzen Erdkreis gegründet ? ||| 14 Wenn Er nur noch auf sich selbst achtete und seinen Geist und Odem wieder zurücknähme , ||| 15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen und der Mensch zum Staub zurückkehren . ||| 16 Hast du nun Verstand , so höre dies ; und schenke der Stimme meiner Worte Gehör ! ||| 17 Könnte auch einer herrschen , der das Recht hasst ? Oder willst du den Gerechten , den Mächtigen , schuldig sprechen ? ||| 18 Darf man zum König sagen : Du Nichtsnutz ! , und zu Edlen : Du Gottloser ? ||| 19 Wie viel weniger zu dem , der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Vornehmen nicht mehr achtet als den Geringen ; denn sie sind alle das Werk seiner Hände . ||| 20 Plötzlich sterben sie , mitten in der Nacht ; ein Volk wird ins Wanken gebracht und geht dahin , und er besiegt den Tyrannen ohne Menschenhand . ||| 21 Denn Seine Augen sind auf die Wege des Menschen gerichtet , und Er sieht jeden Schritt , den einer macht . ||| 22 Es gibt keine Finsternis und keinen Todesschatten , wo die Übeltäter sich verbergen könnten . ||| 23 Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen zu achten , damit der vor Gott ins Gericht kommt . ||| 24 Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle . ||| 25 Denn Er kennt ihre Werke , und er kehrt sie um über Nacht , sodass sie zermalmt werden . ||| 26 Als Gottlose züchtigt er sie dort , wo alle es sehen , ||| 27 weil sie von ihm abgefallen sind und keinen seiner Wege beachtet haben , ||| 28 sodass sie das Schreien der Geringen zu ihm hinaufdringen ließen und er das Schreien der Unterdrückten hörte . ||| 29 Wen ner sich ruhig verhält , wer kann ( ihn ) verurteilen ? Wenn er sein Angesicht verbirgt , wer kann ihn schauen ? So ( handelt ) er sowohl an einem Volk als auch an dem einzelnen Menschen , ||| 30 damit nicht gottlose Menschen regieren , dass sie nicht Fallstricke für das Volk werden . ||| 31 Denn zu Gott muss man sagen : " Ich habe ( meine Strafe ) getragen und will nicht mehr verkehrt handeln ; ||| 32 was ich nicht sehen , lehre du mich ; wenn ich Unrecht getan habe , so will ich´s nicht wieder tun !" ||| 33 Soll Er nach deinem Sinn Vergeltung üben , weil du verwirfst ? Denn du musst wählen , und nicht ich ; was du weißt , das rede ! ||| 34 Verständige Männer werden mir zustimmen , und ( jeder ) weise Mann , der mir zuhört : ||| 35 Hiob redet wie ein Unwissender , und seine Worte zeugen nicht von Einsicht . ||| 36 O dass doch Hiob fort und fort geprüft würde , weil er antwortet  , wie gottlose Männer antworten ! ||| 37 Denn zu seiner Sünde fügt er Frevel hinzu ; er verhöhnt uns und redet viel gegen Gott ! |||

Elihu rät Hiob , Gott und seine Belehrung zu suchen 

35 

Weiter redete Elihu und sprach : ||| 2 Hältst du dies für Recht , wenn du sagst : " Ich bin gerechter als Gott" ? ||| 3 Denn du fragst dich , was es dir nützt : " Was habe ich davon , wenn ich nicht sündige ?" ||| 4 Ich will dir Worte erwidern und deinen Gefährten mit dir ! ||| 5 Sieh zum Himmel empor und betrachte ihn , und schau die Wolken an , die höher sind als du ! ||| 6 Wenn du sündigst , was tust du Ihm zuleide ? Und sind deine Missetaten zahlreich , was schadest du Ihm ? ||| 7 Bist du aber gerecht , was gibst du Ihm , und was empfängt Er von deiner Hand ? ||| 8 Aber ein Mensch wie du leidet unter deiner Gottlosigkeit , und einem Menschenkind nützt deine Gerechtigkeit . ||| 9 Sie schreien unter den vielen Bedrückungen , sie rufen um Hilfe wegen der Gewalt der Großen . ||| 10 Aber man denkt nicht : Wo ist Gott , mein Schöpfer , der Loblieder gibt in der Nacht , ||| 11 der uns mehr Belehrung zuteilwerden ließ als den Tieren des Feldes , und uns mehr Verstand gegeben hat als den Vögeln unter dem Himmel ? ||| 12 Dann schreien sie , doch Er antwortet nicht wegen des Übermuts der Bösen . ||| 13 Gott wird auf Nichtigkeit gewiss nicht hören , und der Allmächtige sieht sie nicht an . ||| 14 Auch wenn du sagst , du könntest ihn nicht sehen , so liegt die Rechtssache doch vor ihm ; warte du nur auf ihn ! ||| 15 Und nun , weil sein Zorn noch nicht gestraft hat , sollte er deshalb um den Übermut nicht sehr wohl wissen ? ||| 16 So hat also Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und aus lauter Unverstand so viele Worte gemacht ! ||| 

Elihu beschreibt das Schicksal der Gerechten und der Gottlosen 

36

Und Elihu fuhr fort und sprach : ||| 2 Gedulde dich noch ein wenig , so will ich es dir mitteilen ; ich habe noch mehr Worte für Gott . ||| 3 Ich will mein Wissen von weit her holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren lassen ! ||| 4 Denn wahrlich , meine Reden sind keine Lügen ; vor dir steht ein Mann mit vollkommener Erkenntnis . ||| 5 Siehe , Gott ist mächtig , doch verachtet er niemand ; groß ist die Kraft seines Herzens . ||| 6 Den Gottlosen erhält er nicht am Leben , aber den Elenden schafft er Recht . ||| 7 Er wendet seine Augen nicht ab von dem Gerechten , und er setzt sie auf ewig mit Königen auf den Thron , damit sie herrschen . ||| 8 Sind sie aber in Fesseln gebunden , in Banden des Elends gefangen , ||| 9 so hält er ihnen ihre Taten und ihre Übertretungen vor , denn sie haben sich überhoben ; ||| 10 er öffnet ihr Ohr der Zurechtweisung und befiehlt ihnen , sich von der Bosheit abzukehren . ||| 11 Wenn sie dann gehorchen und sich unterwerfen , so werden sie ihre Tage in Glück vollenden und ihre Jahre in Wohlergehen . ||| 12 Gehorchen sie aber nicht , so rennen sie in den Wurfspieß und sterben dahin in ihrem Unverstand . ||| 13 Die aber ein gottloses Herz haben , häufen Zorn auf ; sie rufen nicht um Hilfe , wenn er sie gefesselt hat . ||| 14 Ihre Seele stirbt in der Jugend , und ihr Leben unter den Hurern . ||| 15 Den Gedemütigten aber rettet er durch die Demütigung und öffnet durch die Not sein Ohr . ||| 16 Und auch dich führt er aus dem Rachen der Bedrängnis ; dein Platz wird uneingeschränkte Weite sein und dein Tisch bereitet mit reicher , guter Speise . ||| 17 Bist du aber vom Urteil des Gottlosen erfüllt  , so werden Urteil und Gericht dich treffen . ||| 18 Der Zorn aber verleite dich ja nicht zur Lästerung , und die Menge des Lösegeldes besteche dich nicht ! ||| 19 Wird dich etwa dein Hilferuf aus der Bedrängnis herausführen und alle deine mühevollen Anstrengungen ? ||| 20 Sehne dich nicht nach der Nacht , wenn Völker untergehen werden ! ||| 21 Hüte dich , wende dich nicht zum Unrecht , denn dies hast du dem Elend vorgezogen ! |||

Die unerforschlichen Wege Gottes

22 Siehe , Gott ist erhaben in seiner Kraft ; wer ist ein Lehrer wie er ? ||| 23 Wer will ihn zur Rede stellen über seinen Weg , und wer will zu ihm sagen : Du hast Unrecht getan ? |||24 Denke daran , sein Tun zu erheben , das Menschen besingen . ||| 25 Alle Menschen schauen es an ; der Sterbliche erblickt es von ferne . ||| 26 Siehe , Gott ist so erhaben , dass wir ( ihn ) nicht erkennen können ; die Zahl seiner Jahre ist unerforschlich . ||| 27 Denn er zieht Wassertropfen herauf ; sie sickern als Regen für seinen Wasserstrom herab , ||| 28 den die Wolken niederrieseln , auf viele Menschen herabtropfen lassen . ||| 29 Versteht man auch das Ausspannen der Wolken und den Donnerschall seines Gezelts ? ||| 30 Siehe , er breitet sein Licht darüber aus und bedeckt die Gründe des Meeres ; ||| 31 denn damit richtet er die Völker und gibt Speise die Fülle . ||| 32 Seine Hände umhüllt er mit dem Blitzstrahl und gebietet ihm , zu treffen . ||| 33 Sein Donnerruf kündigt ihn an , sogar das Vieh sein Heranziehen . |||

Schluss der Rede Elihus : Der Gewittersturm bezeugt die Größe Gottes 

37 

Ja , darüber erzittert mein Herz und fährt auf von seiner Stelle ! ||| 2 Hört , hört auf das Donnern seiner Stimme und auf das Grollen , das aus seinem Mund hervorkommt ! ||| 3 Er lässt es dahinfahren unter dem ganzen Himmel , und sein Licht bis zu den Enden der Erde . ||| 4 Hinter ihm her brüllt der Donner ; er donnert mit seiner majestätischen Stimme , und er spart damit nicht , damit seine Stimme gehört werde . ||| 5 Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar ; er tut große Dinge , die wir nicht verstehen . ||| 6 Denn er gebietet dem Schnee : Falle auf die Erde ! ||| und lässt Regen fließen , heftige Regengüsse . ||| 7 Dann zwingt er die Hand jedes Menschen zur Untätigkeit , damit alle Leute sein Werk erkennen möchten . ||| 8 Da sucht das Wild seine Schlupfwinkel auf und bleibt in seinen Höhlen . ||| 9 Aus der Kammer ( des Südens ) kommt der Sturm und von den Nordwinden die Kälte . ||| 10 Durch den Hauch Gottes entsteht Eis , und die weiten Wasser frieren zu . ||| 11 Mit Wasserfülle belastet er die Wolken ; er zerstreut sein helles Gewölk . ||| 12 Und dieses zieht ringsumher , wohin er es lenkt , wendet sich überallhin , um alles auszurichten , was er ihm befiehlt , auf dem ganzen Erdenrund ||| 13 ___ bald zur Rute für sein Land , bald zur Wohltat lässt er es über sie kommen . ||| 14 Nimm dies zu Ohren , Hiob ; steh still und erwäge Gottes Wundertaten ! ||| 15 Weißt du , wie Gott ihnen Befehl gibt , wie er das Licht seiner Wolken leuchten lässt ? ||| 16 Verstehst du das Schweben der Wolke , die Wunder dessen , der an Verstand vollkommen ist ? ||| 17 Du , dem die Kleider zu warm werden , wenn es im Land schwül wird vom Südwind , ||| 18 breitest du mit Ihm das Firmament aus , dass es fest steht wie ein gegossener Spiegel ? ||| 19 Lehre uns , was wir ihm sagen sollen ; wir können nichts vorbringen vor ( lauter ) Finsternis ! ||| 20 Soll ihm gemeldet werden , dass ich rede ? Oder sollte der Mensch wünschen , vertilgt zu werden ? ||| 21 Jetzt zwar sieht man das Licht nicht , das doch leuchtend hintern den Wolken steht ; aber der Wind wird sich erheben und sie wegfegen . ||| 22 Von Norden her kommt Goldglanz ; Gott ist von wunderbarer Pracht umgeben . ||| 23 Den Allmächtigen finden wir nicht ; er ist von unbegreiflicher Kraft , voll Recht und Gerechtigkeit ; er beugt sie nicht . ||| 24 Darum fürchten ihn die Menschen ; er aber sieht keinen an , der sich selbst für weise hält ! |||

Der HERR selbst antwortet Hiob und stellt ihm prüfende Fragen 

38 

Da antwortete der HERR dem Hiob aus dem Gewittersturm und sprach : ||| 2 Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis ? ||| 3 Gürte doch deine Lenden wie ein Mann ! Ich will dich fragen , und du sollst mich belehren ! |||

Die Schöpfung bezeugt Gottes Macht und die Ohnmacht des Menschen 

4 Wo warst du , als ich den Grund der Erde legte ? Sprich es aus , wenn du Bescheid weißt ! ||| 5 Wer hat ihre Maße bestimmt ? Weißt du das ? Oder wer hat die Messschnur über sie ausgespannt ? ||| 6 Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt , oder wer hat ihren Eckstein gelegt , ||| 7 als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten ? ||| 8 Wer hat das Meer mit Schleusen verschlossen , als es hervorbrach , heraustrat ( wie ) aus dem Mutterschoß , ||| 9 als ich es in Wolken kleidete und Wolkendunkel zu seinen Windeln machte ; ||| 10 als ich ihm seine Grenze zog und Riegel und Tore einsetzte ||| 11 und sprach : " Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter ; hier soll sich der Stolz deiner Wellen legen" ? ||| 12 Hast du , solange du lebst , jemals den Sonnenaufgang angeordnet und dem Morgenrot seinen Platz angewiesen , ||| 13 dass es die Enden der Erde erfasse , damit die Frevler von ihr verscheucht werden ? ||| 14 Sie verwandelt sich wie Siegelton , und alles steht da wie ein ( Pracht - ) Gewand ; ||| 15 den Gottlosen wird ihr Licht entzogen , und der erhobene Arm wird zerbrochen . ||| 16 Bist du auch bis zu den Quellen des Meeres gekommen , oder hast du den Urgrund der Meerestiefe durchwandelt ? ||| 17 Sind dir die Tore des Todes geöffnet worden , oder hast du die Pforten des Todesschattens gesehen ? ||| 18 Hast du die Breiten der Erde überschaut ? Weißt du das alles , so sage es mir ! ||| 19 Welches ist denn der Weg zu den Wohnungen des Lichts , und wo hat denn die Finsternis ihren Ort , ||| 20 dass du sie bis zu ihrer Grenze bringen und die Pfade zu ihrem Haus kennen könntest ? ||| 21 Du weißt es ja , denn zu der Zeit warst du geboren , und die Zahl deiner Tage ist groß ! ||| 22 Bist du auch bis zu den Vorratskammern des Schnees gekommen , und hast du die Speicher des Hagels gesehen , ||| 23 die ich aufbehalten habe für die Zeit der Drangsal , für den Tag des Kampfes und der Schlacht ? ||| 24 Auf welchem Weg verteilt sich denn das Licht , und wie verbreitet sich der Ostwind über die Erde ? ||| 25 Wer hat der Regenflut ein Bett gewiesen und dem Donnerstrahl einen Weg , ||| 26 damit es regne auf ein menschenleeres Land , auf die Wüste , wo kein Mensch ist , ||| 27 um die Einöde und Wildnis zu sättigen , um das junge Grün hervorsprießen zu lassen ? ||| 28 Hat der Regen einen Vater , oder wer hat die Tropfen des Taus erzeugt ? ||| 29 Aus wessen Schoß ist das Eis hervorgegangen , und wer hat den Reif des Himmels geboren ? ||| 30 Wie zu Stein erstarrt das Wasser , und die Oberfläche der Fluten schließt sich fest zusammen . ||| 31 Knüpfst du die Bande des Siebengestirns , oder kannst du die Fesseln des Orion lösen ? ||| 32 Kannst du die Sterne des Tierkreises herausführen zu ihrer Zeit , und leitest du den Großen Bären samt seinen Jungen ? ||| 33 Kennst du die Gesetze des Himmels , oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde ? ||| 34 Kannst du deine Stimme zu den Wolken erheben , sodass dich Regengüsse bedecken ? ||| 35 Kannst du Blitze entsenden , dass sie hinfahren und zu dir sagen : Siehe , hier sind wir ? ||| 36 Wer hat Weisheit in die Nieren gelegt , oder wer hat dem Herzen Verstand verliehen ? ||| 37 Wer zählt die Wolken mit Weisheit , und wer schüttet die Schläuche des Himmels aus , ||| 38 dass der Staub zu Klumpen wird und die Schollen aneinanderkleben ? |||

Die Tierwelt weist auf die Größe und Weisheit Gottes hin 

39 Jagst du die Beute für die Löwin und stillst du die Begierde der jungen Löwen , ||| 40 wenn sie in ihren Höhlen kauern , im Dickicht auf der Lauer liegen ? ||| 41 Wer verschafft dem Raben seine Speise , wenn seine Jungen zu Gott schreien und herumflattern aus Mangel an Nahrung ? ||| 

39 

Kennst du die Zeit , da die Steinböcke gebären , oder hast du beobachtet , wann die Hindinnen kreißen ? ||| 2 Zählst du die Monate , die sie erfüllen müssen , und weißt du die Zeit ihres Gebärens ? ||| 3 Sie kauern sich nieder , werfen ihre Jungen und sind ihre Wehen los . |||  4 Ihre Jungen erstarken , wachsen im Freien auf , verlassen sie und kommen nicht mehr zurück . ||| 5 Wer hat den Wildesel frei laufen lassen , und wer hat die Fesseln des Wildlings gelöst , ||| 6 dem ich die Steppe zur Wohnung angewiesen habe , das salzige Land zum Aufenthalt ? ||| 7 Er lacht über den Lärm der Stadt , und das GEschrei des treibers hört er nicht ; ||| 8 er ersieht sich die Berge zu seiner Weide und spürt allen grünen Kräutern nach . ||| 9 Wird der Büffel willig sein , dir zu dienen ? Bleibt er an deiner Krippe über Nacht ? ||| 10 Führst du den Büffel in der Furche an einem Strick , oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen ? ||| 11 Vertraust du ihm wegen seiner großen Kraft , und überlässt du ihm deine Arbeit ? ||| 12 Rechnest du auf ihn , dass er deine Saat einbringt oder deine Tenne füllt ? ||| 13 Die Straußin schwingt fröhlich ihre Flügel ; sind es aber treue Schwingen und Federn ? ||| 14 Denn sie überlässt ihre Eier der Erde und lässt sie im Sand ausbrüten . ||| 15 Sie vergisst , dass ein Fuß sie zertreten und das Getier des Feldes sie zermalmen kann . ||| 16 Sie ist hart gegen ihre Jungen , als gehörten sie ihr nicht ; es macht ihr keinen Kummer , wenn sie sich umsonst abgemüht hat ; ||| 17 denn Gott ließ sie die Weisheit vergessen und hat ihr keinen Verstand zugeteilt . ||| 18 Kommt aber die Zeit , da sie in die Höhe schnellt , so verlacht sie Ross und Reiter . ||| 19 Hast du dem Ross Stärke verliehen und seinen Hals mit der Mähne umhüllt ? ||| 20 Bringst du es zum Springen wie eine Heuschrecke ? Sein stolzes Schnauben klingt schrecklich ! ||| 21 Es scharrt den Boden , freut sich seiner Stärke ; es zieht los , den Waffen entgegen ; ||| 22 es lacht über die Furcht , ist unverzagt und weicht vor dem Schwert nicht zurück ; ||| 23 über ihm klirrt der Köcher , die Klinge von Speer und Wurfspieß . ||| 24 Mit wildem Lauf und Ungestüm verschlingt es den Boden und bleibt nicht stehen , wenn das Schopharhorn ertönt ; ||| 25 sooft das Schopharhorn erklingt , ruft es : Hui ! Von ferne wittert es die Schlacht , die Donnerstimme der Heerführer und das Kriegsgeschrei . ||| 26 Bewirkt dein Verstand , dass der Habicht fliegt und seine Flügel nach Süden ausbreitet ? ||| 27 Schwingt sich auf dein Geheiß der Adler empor und legt sein Nest in der Höhe an ? ||| 28 Er wohnt in Felsspalten und horstet dort , auf Felsenzacken und Bergesspitzen . ||| 29 Von dort aus erspäht er sich Beute , seine Augen schweifen weit umher ; ||| 30 seine Jungen schlürfen Blut , und wo Erschlagene liegen , da ist er . |||

Hiob demütigt sich vor Gott

40

Weiter redete der HERR mit Hiob und sprach : ||| 2 Will der Tadler mit dem Allmächtigen hadern ? Wer Gott zurechtweisen will , der antworte nun ! ||| 3 Da antwortete Hiob dem HERRN und sprach : ||| 4 Siehe , ich bin zu gering ; was soll ich dir erwidern ? ||| Ich will meine Hand auf meinen Mund legen ! ||| 5 Ich habe einmal geredet und konnte nichts antworten , und noch ein zweites Mal , und ich will es nicht mehr tun ! |||

Der HERR verweist Hiob auf seine Herrlichkeit und Macht 

6 Und der HERR antwortete dem Hiob aus dem Gewittersturm und sprach : ||| 7 Gürte doch deine Lenden wie ein Mann ; ich will dich fragen , und du unterweise mich ! ||| 8 Willst du mein Rechtsurteil zunichtemachen , mich schuldig sprechen , damit du gerecht seist ? ||| 9 Ist denn dein Arm dem Arm Gottes gleich , oder sprichst du mit Donnerstimme wie er ? ||| Schmücke dich doch mit Herrlichkeit und Hoheit , und bekleide dich mit Majestät und Pracht ! ||| 11 Gieße die Fluten deines Zornes aus ; sieh jeden Hochmütigen an , erniedrige ihn ; und zertrete die Gottlosen , wo sie stehen ! ||| 13 Begrabe sie miteinander im Staub , verhülle ihre Angesichter mit Finsternis ! ||| 14 Dann will auch ich dich preisen , dass deine Rechte dir zur Hilfe kommt . |||

Der Behemoth und seine Kraft 

15 Sieh doch den Behemoth , den ich gemacht habe wie dich : Gras frisst er wie der Ochse ! ||| 16 Sieh doch , welche Kraft in seinen Lenden liegt und welche Stärke in seinen Bauchmuskeln ! ||| 17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder ; die sehnen seiner Schenken sind fest verflochten . ||| 18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren , seine Gebeine wie Eisenstangen . ||| 19 Er ist der Erstling der Wege Gottes ; der ihn gemacht hat , reichte ihm sein Schwert . ||| 20 Denn Futter tragen ihm die Berge , wo alle Tiere des Feldes spielen . ||| 21 Unter Lotosgebüschen liegt er , versteckt im Rohr und Sumpf . ||| 22 Lotusgebüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten ; die Bachweiden umgeben ihn . ||| 23 Siehe , der Strom schwillt mächtig an ___ er fürchtet sich nicht ; er bleibt auch ruhig , wenn ein Jordan sich in seinen Mund ergießt ! ||| 24 Kann man ihm in seine Augen greifen , kann man mit Fangseilen seine Nase durchbohren ? ||| 

Der Lebiathan ist für den Menschen unbezwingbar ___ " Wer aber kann vor mir bestehen ?" 

25 Ziehst du etwa den Leviathan mit der Angel heraus , und kannst du seine Zunge mit einer Fangschnur fassen ? |||  26 Kannst du ein Binsenseil durch seine Nase ziehen und einen Haken durch seine Kinnbacken stoßen ? ||| 27 Wird er dich lange anflehen oder dir freundliche Worte sagen ? |||

 28 Wird er einen Bund mit dir schließen , dass du ihn zum ewigen Knecht machst ? 

||| 29 Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vögelchen oder ihn anbinden für deine Mädchen ? ||| 30 Feilschen etwa die Fischersleute um ihn , oder teilen ihn die Händler unter sich ? ||| 31 Kannst du seine Haut mit Spießen spicken und mit Fischharpunen seinen Kopf ? |||

 32 Lege doch deine Hand einmal an ihn ___ du wirst den Kampf nicht vergessen , wirst es nicht noch einmal tun ! |||

41

Siehe , die Hoffnung auf ihn wird getäuscht ; wird man nicht schon bei seinem Anblick hingestreckt ? ||| 2 Niemand ist so tollkühn , dass er ihn reizen möchte ; wer aber kann vor mir bestehen ? ||| 3 Wer hat mir zuvor gegeben , dass ich ihm vergelten sollte ? Alles , was unter dem ganzen Himmel ist , gehört mir ! ||| 4 Ich will von seinen Gliedern nicht schweigen , sondern reden von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baus . ||| 5 Wer kann sein Gewand aufdecken , und wer greift ihm in die Doppelreihe seiner Zähne ? |||  6 Wer öffnet die Tore seines Rachens ? Rings um seine Zähne lagert Schrecken . ||| 7 Prächtig sind seine starken Schilder , fest zusammengeschlossen und versiegelt ; ||| 8 einer fügt sich an den anderen , sodass kein Luftzug dazwischenkommt ; ||| 9 jedes haftet fest an dem anderen , sodass kein Luftzug dazwischenkommt ; ||| 9 jedes haftet fest an dem anderen , sie greifen ineinander und lassen sich nicht trennen . ||| 10 Sein Niesen lässt Licht aufleuchten , und seine Augen sind wie die Strahlen der Morgenröte . ||| 11 Aus seinem Rachen schießen Fackeln ; Feuerfunken sprühen aus ihm heraus . ||| 12 Aus seinen Nüstern kommt Rauch hervor wie aus einem siedenden Topf und einem Kessel . ||| 13 Sein Hauch entzündet Kohlen , eine Flamme schießt aus seinem Rachen ; ||| 14 Stärke wohnt auf seinem Nacken , und Angst springt vor ihm her . ||| 15 Die Wampen seines Fleisches haften aneinander , sie sind ihm fest angegossen , unbeweglich . ||| 16 Sein Herz ist hart wie Stein und so fest wie der untere Mühlstein . ||| 17 Die Helden erbeben , wenn er auffährt ; vor Verzagtheit geraten sie außer sich . ||| 18 Trifft man ihn mit dem Schwert , so hält er nicht stand , weder Speer noch Wurfspieß oder Harpune . ||| 19 Er achtet Eisen für Stroh und Erz für faules Holz . ||| 20 Kein Pfeil kann ihn in die Flucht schlagen , und schleudersteine verwandeln sich ihm zur Spreu . ||| 21 Er achtet die Keule für einen Halm und verlacht das Sausen des Wurfspießes . ||| 22 Auf seiner Unterseite sind spitze Scherben ; er zieht einen Dreschschlitten über den Schlamm dahin . ||| 23 Er bringt die Tiefe zum Sieden wie einen Kessel , macht das meer zu einem Salbentopf . ||| 24 Hinter ihm her leuchtet der Pfad ; man könnte die Flut für Silberhaar halten . ||| 25 Auf Erden ist nicht seinesgleichen ; er ist geschaffen , um ohne Furcht zu sein . ||| 26 Er schaut alle Hohen ( furchtlos ) an ; er ist ein König über alle Stolzen . |||

Hiobs Demütigung und Reue 

42

Da antwortete Hiob dem HERRN und sprach : ||| 2 Ich erkenne , dass du alles vermast und dass kein Vorhaben dir verwehrt werden kann . ||| 3 " Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis ?" Fürwahr , ich habe geredet , was ich nicht verstehe , Dinge , die mir zu wunderbar sind und die ich nicht begreifen kann ! ||| 4 " Höre nun , ich will reden ; ich will dich fragen , und du belehre mich !" ||| 5 Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört , aber nun hat mein Auge dich gesehen . ||| 6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche ! ||| 

Hiob bittet für seine Freunde 

7 Und es geschah , als der HERR diese Worte an Hiob vollendet hatte , da sprach der HERR zu Eliphas , dem Temaniter : Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde , denn ihr habt nicht recht von mir geredet , wie mein Knecht Hiob . ||| 8 So nehmt nun sieben Jungstiere und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und bringt sie als Brandopfer dar für euch selbst ! ||| Mein Knecht Hiob aber soll für euch bitten ; denn nur ihn werde ich erhören , dass ich gegen euch nicht nach euer Torheit handle ; denn ihr habt nicht recht von mir geredet , wie mein Knecht Hiob ! ||| 9 Da gingen Eliphas , der Temaniter , und Bildad , der Schuchiter , und Zophar , der Naamatiter , und machten es so , wie der HERR es ihnen befohlen hatte . Und der HERR erhörte Hiob . |||

Das gesegnete Ende Hiobs 

10 Und der HERR wendete Hiobs Geschick , als er für seine Freunde bat ; und der HERR erstattete Hiob alles doppelt wieder , was er gehabt hatte . ||| 11 Und alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle seine früheren Bekannten kamen zu Hiob und aßen mit ihm in seinem Haus ; und sie bezeugten ihm Teilnahme und trösteten ihn wegen all des Unglücks , das der HERR über ihn gebracht hatte , und schenkten ihm ein jeder eine Kesita und einen goldenen Ring . ||| 12 Und der HERR segnete das spätere Leben Hiobs mehr als sein früheres ; er bekam 14000 Schafe , 6000 Kamele , 1000 Joch Rinder und 1000 Eselinnen . ||| 13 Er bekam auch sieben Söhne und drei Töchter . ||| 14 Und er gab der ersten den Namen Jemima , der zweiten den Namen Kezia , und der dritten den Namen Keren - Happuch . ||| 15 Und es wurden im ganzen Land keine so schönen Frauen gefunden wie Hiobs Töchter ; und ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren Brüdern . ||| 16 Hiob aber lebte danach noch 140 Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Geschlecht . ||| 17 Und Hiob starb alt und lebenssatt . ||<-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------



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